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ProSiebenSat.1 kauft sich Unabhängigkeit

Die Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 Media AG lief nach Plan. Der wichtigste Tagesordnungspunkt, der Beschluss der Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien wurde in der Hauptversammlung mit 100 Prozent der Stimmen durchgewunken. Die Umwandlung hat zur Folge, dass P7S1 voraussichtlich ab August deutlich unabhängiger von den Investoren KKR und Permira agieren kann. Zum bevorstehenden Ausstieg genehmigen die sich eine Mega-Dividende.

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Für das Geschäftsjahr 2012 werden 5,65 Euro je dividendenberechtiger Inhaber-Vorzugsaktie ausgeschüttet, für Stammaktien sind es 2 Cent weniger. Im Vorjahr lag die Dividende noch bei 1,17 Euro. Insgesamt werden 1,2 Milliarden Euro ausgeschüttet. Ein sehr großer Batzen geht an KKR und Permira – die Finanzinvestoren stiegen 2006 bei ProSiebenSat.1 ein, nachdem ein Verkauf des TV-Konzerns an die Axel Springer AG gescheitert war. Die machen nun noch einmal richtig Kasse, nachdem sie ihren Kaufpreis bereits vor Jahren reingeholt hatten. Damals verkauften sie die nordeuropäische TV-Gruppe SBS, die ihnen bereits gehörte, für über drei Milliarden Euro an P7S1.
KKR und Permira werden, so viel ist bereits bekannt, ihre Anteile von gemeinsam 44 Prozent nun möglichst rasch an der Börse verkaufen. Die Umwandlung der Aktien ist allerdings auch ganz im Sinn von P7S1-Boss Thomas Ebeling. Damit wird der Medienkonzern deutlich unabhängiger. Oder, wie es in der Investorensprache der P7S1-Pressemitteilung heißt: Die Attraktivität der AG am Kapitalmarkt erhöht sich. Denn die Stammaktien sind stimmberechtigt, die Vorzugsaktien waren es nicht. Sämtliche Stammaktien werden zum Börsenhandel zugelassen.  Das Ziel von Ebeling ist die mittelfristige Notierung der AG im DAX.
Einen Wechsel im Aufsichtsrat gibt es ebenfalls zu vermelden: Johannes Huth von KKR wird erneut Chef des Gremiums. Er löst Götz Mäuser von Permira ab, der im Aufsichtsrat bleibt. Vize-Aufsichtsratschef wird Jörg Rockenhäuser, Managing Partner von Permira in Frankfurt.

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