Zweites Quartal: Google zeigt Schwäche

Gut war nicht gut genug: Google zahlt den Preis für seine ambitionierte Bewertung. Nach Vorlage der neusten Konzernbilanz für das abgelaufene Juni-Quartal straften Anleger den wertvollsten Internetkonzern der Welt nach Handelsschluss an der Wall Street mit einem Kurseinbruch von in der Spitze 50 Dollar ab, ehe Schnäppchenjäger zugriffen. Google verfehlte auf allen Ebenen die Analystenschätzungen: Die Umsätze, vor allem aber die Gewinne lagen deutlich unter den Erwartungen.

Anzeige

Gut war nicht gut genug: Google zahlt den Preis für seine ambitionierte Bewertung. Nach Vorlage der neusten Konzernbilanz für das abgelaufene Juni-Quartal straften Anleger den wertvollsten Internetkonzern der Welt nach Handelsschluss an der Wall Street mit einem Kurseinbruch von in der Spitze 50 Dollar ab, ehe Schnäppchenjäger zugriffen. Google verfehlte auf allen Ebenen die Analystenschätzungen: Die Umsätze, vor allem aber die Gewinne lagen deutlich unter den Erwartungen.

Harte Landung nach Handelsschluss: Zu Wochenbeginn feierten Google-Aktionäre bei 928 Dollar noch die höchsten Notierungen aller Zeiten – nur wenige Tage später folgte nun der Kursrutsch auf bis zu 860 Dollar im nachbörslichen Handel.

Der Grund: Google legte für das abgelaufene zweite Quartal ein Zahlenwerk vor, das die Erwartungen der Wall Street deutlich unterbot. Dabei kann der mit Abstand wertvollste Internetkonzern der Welt weiter robustes Wachstum nachweisen: Die Umsätze zogen zwischen Anfang April und Ende Juni um 19 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar an, während die Gewinne um 17 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar oder 9,56 Dollar je Aktie stiegen.

Motorola-Verlust vervierfacht sich

Das Problem nur wie so oft in der Berichtssaison: Die Analystenschätzungen lagen einmal mehr höher. Die Wall Street hatte mit Erlösen in Höhe von 14,4 Milliarden Dollar und mit einem Gewinn je Aktie von 10,80 Dollar gerechnet. So deutlich hatte Google noch nie die Konsensschätzungen verfehlt.

Die Ursache dafür liegt in steigenden Kosten. So musste Google bei seiner vor zwei Jahren übernommenen Mobilfunktochter Motorola Verluste in Höhe von 218 Millionen Dollar kompensieren – mehr als das Vierfache im Vergleich zum Vorjahr. Höhere Forschungs- und Marketingaufwendungen hinterließen zusätzlich ihre Spuren in der Bilanz.   

Ein "alterndes Unternehmens mit sinkenden Gewinnmargen"

Am meisten missfielen den Analysten jedoch die zunehmenden Schwächeerscheinungen im Kerngeschäft. Obwohl Werbeanzeigen um 23 Prozent mehr als im Vorjahr angeklickt wurden, gingen die Erlöse pro Klick um 6 Prozent zurück. Der Trend ist beunruhigend: Im vergangenen Quartal betrug das Minus noch 4 Prozent.

CEO Larry Page erklärte den Rückgang mit der verstärkten Smartphone-Verbreitung – mobile Anzeigen erlösen weniger als die klassische Desktop-Variante. "Es gibt viele Dinge, die in der dieser Bilanz missfallen", zeigte sich Colin Gills von BGC Partners gegenüber dem Finanzportal Marketwatch von Googles Zahlenwerk enttäuscht. Die Ergebnisse machten deutlich, dass Google die Anzeichen eines "alternden Unternehmens mit sinkenden Gewinnmargen" zeige. Entsprechend fiel die Reaktion der Börse aus.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige