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„Catch the Millionaire“: Nur die Kohle zählt

Ob Bauern, Tiere, Dicke oder Muttersöhnchen – im deutschen Fernsehen wird verkuppelt, was und wen das Zeug hält. Und da die Sender im Sommer alle Sendungen ausschwitzen, die sie sich das restliche Jahr über (aus gutem Grund) gar nicht trauen würden, schiebt ProSieben nun drei vermeintliche Millionäre ins Abendprogramm, von denen aber nur einer tatsächlich wohlhabend ist. "Catch the Millionaire", ProSiebens Antwort auf den "Bachelor", setzt auf Ehrlichkeit. Nur die Kohle zählt.

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Das Konzept ist für leichten Sommer-Trash fast schon ungewohnt kompliziert. 18 Single-Frauen mit Dollarzeichen in den Augen treffen auf drei Männer – und hoffen selbstverständlich ihre große Liebe zu finden. Der Clou: Nur einer von den Männern ist tatsächlich wohlhabend. Dass es nur einen Millionär zu fangen gibt, wissen die Damen natürlich vorher nicht. Schließlich lässt der Titel der Sendung das auch völlig offen. Jedenfalls: Die beiden Nicht-Millionäre sind angeblich auch schon ewig Single und dürfen nun von dem Frauen-Kuchen ein Stück abhaben – dabei sollen sie dem Millionär aber bloß nicht in die Quere kommen. Und weil es sich im Urlaub schneller verlieben lässt als in einem Studio in Unterföhring, findet der ganze Spaß in der Toskana statt. Puh.
Bevor es losgeht, bekommen die beiden Fake-Millionäre, mit denen man sofort Mitleid bekommt, weil sie sich als Studenten gerade mal eine topmoderne Dreizimmerwohnung leisten können, erst mal Millionärs-Coaching. Richtig reich sein will schließlich gelernt sein! So gibt es einen schicken Anzug, einen Ferrari und Lauftraining – denn der Laufstil von Millionären unterscheidet sich schließlich immens von dem von Otto-Normalverbrauchern.   
Sehr erfrischend: Die Kandidatinnen machen gar keinen Hehl daraus, dass es ihnen ausschließlich ums Geld geht. "Mein Partner muss mich schon finanzieren können – ich meine, er ist immerhin mein Partner" oder "Geld ist nicht das wichtigste, aber ein dickes Auto sollte er schon fahren", ist nur eine kleine Auswahl der – gescripteten? – Sätze. Sympathischer werden die Go-go-tanzenden, kosmetiksüchtigen Friseurinnen durch ihre erfrischende Ehrlichkeit aber leider auch nicht. 
Wie es sich für Sommer-Trash gehört, bleibt der Zickenkrieg nicht aus. So häufen sich mit jeder Sendeminute die Beleidigungen. "Catch the Millionaire" hebt sich daher kaum von anderen Dating-Formaten ab, ist aber auch nicht unbedingt schlechter als das Gesülze vom "Bachelor" auf RTL. Der einzige Unterschied: Statt Rosen verteilen die Junggesellen hier Ketten mit Diamantanhängern. Und auch bei der Entscheidung dann wieder das bekannte Schema: Sobald eine Dame eliminiert wird, sind alle plötzlich die besten Freundinnen und weinen sich ihre falschen Wimpern von den Augen. Dabei ist es wahrscheinlich nur ein kurzer Abschied, denn wenn wir nächstes Jahr das Wüstencamp einschalten, erkennen wir die ein oder andere Dame bestimmt wieder. 

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