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Yahoo: Das erste Jahr mit Marissa Mayer

Exakt ein Jahr nach ihrem Amtsantritt als Yahoo-Chefin konnte Marissa Mayer nur eine durchwachsene Bilanz präsentieren. Die Gewinne gehen leicht zurück, die Umsätze stagnieren, der Ausblick enttäuscht. Erlöse durch Tumblr lassen auf sich warten. Der größte Aufreger der neuen Yahoo-Bilanz war die Art der Präsentation: Im Stil von TV-Moderatoren präsentierten Vorstandschefin Marissa Mayer und Finanzchef Ken Goldman das neue, aber eher blasse Zahlenwerk. Der Turnaround - er lässt weiter auf sich warten.

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Exakt ein Jahr nach ihrem Amtsantritt als Yahoo-Chefin konnte Marissa Mayer nur eine durchwachsene Bilanz präsentieren. Die Gewinne gehen leicht zurück, die Umsätze stagnieren, der Ausblick enttäuscht. Erlöse durch Tumblr lassen auf sich warten. Der größte Aufreger der neuen Yahoo-Bilanz war die Art der Präsentation: Im Stil von TV-Moderatoren präsentierten Vorstandschefin Marissa Mayer und Finanzchef Ken Goldman das neue, aber eher blasse  Zahlenwerk. Der Turaround – er lässt weiter auf sich warten.

Das Timing könnte besser sein nicht sein: Exakt ein Jahr ist Marissa Mayer nun als Yahoo-Chefin im Amt –  der Zeitpunkt für eine Bilanz scheint fast unvermeidlich. Doch wie in den vergangenen Quartalen auch bietet die neue Yahoo-Bilanz Licht und Schatten.

Die große Aufbruchsstimmung – sie lässt sich bisher nicht am Zahlenwerk ablesen, sondern in der Art der Präsentation, die PR-Profi Marissa Mayer bis zur Perfektion beherrscht. Die Analystenkonferenz, die üblicherweise bislang immer in Audio-Form abgehalten wurde, wird nun zu einem Video-Event, den sie zuvor in ihrem Tumblr-Blog angekündigt hatte.

Bilanz als Video-Präsentation: "eine coole Idee"

Das Echo im Web war nicht zu überhören: "Marissa Mayer spielt den Nachrichtensprecher", fand Farhad Manjoo vom Internetportal Slate. Henry Blodget vom Business Insider war beeindruckt: "Diese Video-Präsentation ist eine coole Idee. So lernt man mal eine Management-Session kennen." Ein echter Hingucker neben Yahoos Vorstandschefin: eine gigantische Yahoo-Tasse. So viel Product Placement musste sein.

Das Zahlenwerk des Juni-Quartals, um das es eigentlich ging, geriet da fast zur Nebensache. Unterm Strich stagnierte der Umsatz; nach Abzug der Traffic-Akquisitionskosten verringten sich die Erlöse um ein Prozent oder zehn Millionen auf 1,071 Milliarden Dollar.

Schleppende Tumblr-Integration: "Keine nennenswerten Umsätze erwartet"

Um die Gewinn-Entwicklung eindeutig nachzuvollziehen, bedarf es dann eingehender Vorkenntnisse der US-amerikanischer Bilanzierungsregeln: So kann man Yahoos Juni-Quartal einerseits als Erfolg mit einen Gewinnsprung von 47 Prozent auf 331 Millionen Dollar oder als Misserfolg mit einem Rückgang von 7 bzw. 13 Prozent auf 209 werten. Die Auflösung: Im Vorjahr fielen Restrukturierungskosten von 129 Millionen Dollar an, die mal mit- und mal nicht mitberücksichtigt werden.  

Unstrittig ist jedoch der leicht reduzierte Umsatz-Ausblick, der für das Gesamtjahr um 50 Millionen Dollar auf 4,45 bis 4,55 Millionen Dollar zurückgenommen wurde. Tumblr, Mayers bisher größte Übernahmewette, für die der Internet-Pionier im Mai stattliche 1,1 Milliarden Dollar hinblätterte, wird in der Bilanz erstmal keine Rolle spielen. "Ich erwarte dieses Jahr keine nennenswerten Umsätze", teilte Mayer mit.

Marissa Mayers erstes Jahr: Aktie zieht um 71 Prozent an

Die Anleger schienen trotzdem mit dem Auftritt der selbstbewussten Yahoo-Chefin zufrieden und beförderten die Aktie im nachbörslichen Handel um knapp ein Prozent nach oben, nachdem das Papier nach Vorlage der Quartalsbilanz zunächst im Minus gelegen hatte.

Seit Übernahme der Amtsgeschäfte durch Marissa Mayer legte die angeschlagene Yahoo-Aktie um beachtliche 71 Prozent zu. Daran hat jedoch auch die Bewertung der Beteiligung am boomenden chinesischen E-Commerce-Anbieter Alibaba einen maßgeblichen Anteil.  

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