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Radio-MA: Spannung in Berlin und Sachsen

Spannender als der Blick auf die bundesweiten Gesamt-Rankings ist bei der Radio-MA seit jeher die Analyse der einzelnen Bundesländer. In einem stark regionalen Markt zeigt sich vor allem hier, welche Sender an Popularität gewonnen haben - und welche zu den Verlierern gehören. Bei der ma 2013 II gibt es u.a. in Berlin und Sachsen spannende Entwicklungen. In Berlin sprang radioeins von Platz 5 auf 2, in Sachsen verlor das Sachsen-Funkpaket 23,5%. Führungswechsel gab es in Brandenburg und Bremen.

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Beginnen wir unsere traditionelle MA-Rundreise durch Radio-Deutschland wie immer im hohen Norden. In Schleswig-Holstein gibt es an der Spitze diesmal viele Gewinner und nur einen – kleinen – Verlierer. R.SH verteidigt seinen ersten Platz recht souverän – mit einem Plus von 2,6% vor NDR 2, das 0,2% einbüßte. Die großen Gewinner finden sich auf den Rängen 4 und 5: N-Joy gewann 44.000 tägliche Hörer hinzu, Radio Hamburg sogar 53.000. Damit verdrängten die Hamburger das delta radio aus der Top 5, das aber mit einem Plus von 5,1% aber ebenfalls zu den Gewinnern gehört. Apropos Gewinner: Weiter hinten legte das Klassik Radio um satte 53,2% auf 72.000 zu.

Immerhin 5,9% gewann Radio Hamburg in der Heimat hinzu – nachdem man dort bei der vorigen MA noch 9,9% der Hörer verloren hatte. Der Vorsprung auf NDR 2 vergrößerte sich damit wieder, denn der NDR-Sender verlor gleichzeitig 13.000 Hörer, bzw. 4,3%. Noch viel größer ist das Minus für N-Joy: 36.000 tägliche Hörer weniger bedeuten für Hamburg einen Rückgang um 25,9% – und das, obwohl man gleichzeitig in Schleswig-Holstein und Niedersachsen deutlich gewann. In Hamburg hingegen fiel man hinter NDR Info auf Platz 5 zurück.

In Niedersachsen hat der große Privatsender radio ffn unterdessen einen weiteren Platz verloren. Vor einem Jahr noch die Nummer 1, findet man sich inzwischen nur noch auf Rang 3 wieder. Nachdem im Frühjahr schon NDR 2 ffn überholt hatte, zog nun auch NDR 1 Niedersachsen vorbei. Ein Grund dafür: Das ffn-Minus von 6,3%. Sogar 10,5% eingebüßt hat der zweite große Privatsender Hit-Radio Antenne, die drei populärsten NDR-Kanäle gewannen hingegen allesamt. Abseits der Top 5 büßte Radio 21 noch 15,9% ein, 1Live aus dem Nachbarland NRW gewann in Niedersachsen 21,3% Hörer hinzu.

Im kleinen Bremen hat sich Bremen Vier die Führung zurück erobert. Nachdem bei der vorigen MA der Bruder Bremen Eins vorbei gezogen war, heißt die Nummer 1 nun wieder Bremen Vier – dank eines Wachstums von 11,7%. Bremen Eins büßte parallel dazu 12,8% ein. Von hinten rückt der private Konkurrent Energy Bremen immer näher. Nach einem Plus von 5,0% im Frühjahr gewann der Sender diesmal sogar stolze 20,0% hinzu. Auf Platz 5 verdrängte NDR 2 radio ffn aus der Top 5.

Während der Lokalsenderzusammenschluss radio NRW bei den Stunden-Reichweiten 105.000 Hörer pro Durchschnittsstunde einbüßte, sind es bei der Tagesreichweite nur 18.000 weniger. Mit anderen Worten: Die Hörer sind insgesamt nicht grundlegend weniger geworden, sie hören die radio-NRW-Kanäle aber seltener. Die Nummer 1 in Nordrhein-Westfalen bleibt radio NRW ohnehin, da müssten schon ganz andere Dinge passieren, damit 1Live oder WDR 2, das diesmal 7,2% hinzu gewann, den Privatsendern auf die Pelle rücken. Größter Verlierer in der NRW-Top-5 ist diesmal WDR 4, das 6,0% einbüßte. Spannend: Abseits der Top 5 gewann der Deutschlandfunk nach seinem Frühjahrs-Plus 39,0% weitere 25,7% hinzu. Im Vergleich zur ma 2012 II steigerte sich der Infosender damit 213.000 täglichen Hörern auf 372.000. Deutlich gewonnen haben zudem noch WDR 3 (+19,8%), sowie das RTL Radio (+44,3%).

In der Top 5 Hessens findet sich diesmal nur ein Gewinner: hr3 mit einem Plus von 9,5%. Die Nummer 1 FFH verlor hingegen ebenso wie planet radio, hr1 und hr4, das mit einem Rückgang von 9,6% der größte Absteiger ist. Die Abstände zwischen den fünf größten des Landes bleiben aber so, dass sich kein Plätzetausch ergab. Abseits der Top 5 gewann Radio Bob! zum zweiten Mal in Folge deutlich hinzu – nach 11,1% im Frühjahr nun 21,1% auf inzwischen 230.000 Hörer.

Auch auf den fünf Rängen in Rheinland-Pfalz bleibt alles beim Alten. Hier gewann der Marktführer SWR3 allerdings massiv hinzu – um heftige 19,6% bzw. 148.000 Hörer. Betrug der Vorsprung auf RPR1. im Frühjahr noch 1.000 Hörer, sind es nun 242.000, da der Privatsender gleichzeitig 93.000 Hörer verlor. Nach dem Minus von 12,4% dürfte für RPR1. eine ausführliche Schadensanalyse ins Haus stehen. Dahinter rückt nun auch SWR4 RP näher, abseits der Top 5 gewann FFH aus dem Nachbarland Hessen 18,0% hinzu, das Rockland Radio 13,3%.

Auch in Baden-Württemberg heißt die Nummer 1 wieder SWR3, allerdings mit einem kleineren Wachstum, aber einem größeren Vorsprung. Der Gewinner innerhalb der Top 5 ist SWR4 BW, der größte Verlierer ist Antenne 1, das deutliche 10,2% einbüßte. Auch Radio Regenbogen verlor, abseits der TOp 5 zudem Die Neue 107.7, nämlich 14,7%.

In Bayern bleibt Antenne Bayern zwar die souveräne Nummer 1, dahinter gab es aber einen Tausch. So zog das Bayern-Funkpaket dank eines Wachstums von 6,1% an Bayern 1 vorbei, das wiederum 7,5% der täglichen Hörer verlor. Im Frühjahr gehörte auch das Bayern-Funkpaket wie Antenne Bayern und Bayern 1 zu den Verlierer, dieser Trend wurde nun umgekehrt. Der größte Aufsteiger innerhalb der Top 5 heißt B5 aktuell, das sich um stolze 26,4% steigerte. Dahinter gewannen auch Bayern 2 (+36,2%), SWR3 (+17,3%), Energy München (+19,9%) und BR-Klassik (+39,7%) noch deutlich.

Im kleinen Saarland verteidigt Radio Salü den ersten Platz, verliert dabei zwar 17.000 Hörer, doch auch die Nummer 2 SR 1 Europawelle büßt identische 17.000 ein. Von hinten rückt daher die SR 3 Saarlandwelle näher, die sich um 13.000 steigerte, der zweite Gewinner in der Top 5 ist SWR3 mit einem Wachstum von 17,5% bzw. 10.000 Hörern. bigFM Saarland büßte abseits der Top 5 13,7% ein, RTL Radio sogar 27,8%.

In Berlin sieht die Top 5 unterdessen nur noch auf Platz 1 so aus wie im Frühjahr. Dahinter gab es dramatische Verschiebungen. So katapultierte sich radioeins mit einem Plus von 6,2% von Platz 5 auf 2, vor einem Jahr lag der Sender noch auf Rang 7. Auch 98.8 Kiss FM machte einen Sprung – von 6 auf 4. Die Verlierer sind hingegen der Berliner Rundfunk 91.4, der von 2 auf 3 rutschte und 9,9% der Hörer verabschieden musste, sowie radioBerlin 88,8, das von 4 auf 5 fiel. Aus der Top 5 heraus gefallen ist 94,3 rs2, das mit einem Rückgang von 13,0% von Platz 3 auf 6 schlidderte. Weiter hinten gewann 105’5 Spreeradio 14,9% hinzu, Star FM 87.9 sogar 38,6%, JAM FM heftige 56,2% und Kindersender noch heftigere Radio Teddy 76,0%. Immerhin 132.000 Berliner hören täglich zu – und dabei werden die Unter-10-Jährigen gar nicht mitgezählt.

Brandenburgs Radio-Branche sieht unterdessen einen neuen Marktführer. Antenne Brandenburg ist trotz eines Verlustes von 0,4% die Nummer 1, da das BB Radio nach 15,7% im Frühjahr nun weitere 9,5% der Hörer verlor. Zu den Aufsteigern gehört zum zweiten Mal in Folge das RTL Radio, zudem vor allem Fritz, das sich mit dem Plus von 12,6% auf Platz 4 vorschob. Abseits der Top 5 gewann der Berliner Verlierer 94,3 rs2 in Brandenburg 10,9% hinzu, das Inforadio 18,1% und Energy Berlin 36,6%.

Keine Plätze-Änderungen lassen sich in Mecklenburg-Vorpommern beobachten. Die Ostseewelle Hit-Radio MV bleibt hier mit einem schönen Plus von 9,3% die Nummer 1, auch die beiden Verfolger NDR 1 Radio MV und Antenne MV gehören zu den Gewinnern. Hörer verloren haben hingegen NDR 2 und N-Joy.

Spannend sieht es in Sachsen aus. Nicht nur weil der Marktführer MDR 1 Radio Sachsen seinen Vorsprung massiv ausbaute, sondern weil das Sachsen-Funkpaket gleichzeitig 23,6% der Hörer verlor. Der Zusammenschluss aus sechs Lokalsendern wie Radio Dresden und Radio Leipzig stürzte damit von Platz 2 auf 4 des Sachsen-Rankings. MDR 1 Radio Sachsen gewann hingegen 22,8% hinzu und baute seinen Vorsprung auf die Nummer 2, nun MDR Jump, gegenüber dem Frühjahr von 409.000 auf 620.000 Hörern aus. Damit verfügt der Sender nun fast über die doppelte Zahl von täglichen Hörern wie sein schärfster Verfolger. Um einen Platz verbessern konnte sich auch Radio PSR, abseits der Top 5 gewann MDR Figaro 19,9% hinzu, während Hitradio RTL Sachsen 12,8% der Hörer abhanden gingen.

Auch in Sachsen-Anhalt gehören die MDR-Sender zu den Gewinnern: MDR Sachsen-Anhalt verbesserte sich um 6,1%, MDR Jump um 2,8% und MDR Sputnik abseits der Top 5 um heftige 46,2%. Die beiden Top-Sender des Landes, radio SAW und Radio Brocken, verloren zwar leicht, doch der Vorsprung auf die weiteren Verfolger bleibt deutlich. Weiter hinten büßte NDR 1 Niedersachsen aus dem Nachbarland noch deutliche 30,6% ein.

Der MDR-Triumph in der aktuellen MA wird in Thüringen komplettiert. Auch hier gewannen die öffentlich-rechtlichen Sender Hörer hinzu. So steigerte sich MDR Thüringen um 6,5%, MDR Jump um 0,5% und weiter hinten MDR Figaro um 52,%, sowie MDR Info um 14,5%. Die Nummer 1 des Landes bleibt aber trotz Verlusten Antenne Thüringen. Der Vorsprung auf MDR Thüringen beträgt nach den neuesten Entwicklungen nun aber nur noch 40.000 tägliche Hörer. Neben Antenne Thüringen verlor auch 89.0 RTL deutlich: 13,0%.

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