VPRT-Chef: „Weniger nörgeln, mehr erklären“

"Weniger nörgeln, mehr erklären" – das ist kurz gefasst die Mission, auf der sich Tobias Schmid befindet. Der Jurist ist Leiter der Medienpolitik von RTL Deutschland und im Nebenjob Chef des Verbandes privater Rundfunkanbieter (VPRT). In beiden Funktionen fällt ihm die Aufgabe zu, vor allem Politikern die Konsequenzen der Medienkonvergenz verständlich zu machen. Denn: Dass TV und Internet ganz unterschiedlichen Regulierungen unterworfen sind, will der Verband beenden.

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Schmid bewerkstelligt seinen Job als Verbands-Vorstand mit Verve und ohne falsche Illusionen. "Wir agieren mit Begriffen, die man auf der Straße nicht mehr versteht", sagte Schmid bei einem Pressegespräch in Berlin. Das fange schon bei der Frage an, was eigentlich "lineares TV" sei. Vermitteln will Schmid vor allem zwischen Politik und der TV-Branche. Dies gehört zur ureigenen Aufgaben eines VPRT-Chefs, Schmids Vorgänger Jürgen Doetz hat viele Jahre vorgemacht, wie das gehen kann.
Ob die Botschaften bei Medienpolitikern indes so richtig angekommen sind? In der Medienrealität werden TV-Sender in ihrem Programm viel stärker reguliert als Betreiber von Webseiten, beispielsweise was die Ausspielung von Werbung angeht. Stellt sich die Frage, ob der lineare Rundfunk eine eigene Gattung bleiben soll und welcher Regulierungsstandard in Zukunft gelten soll. Ist das private Fernsehen ein Kultur- oder ein reiner Wirtschaftsbetrieb? Es läge an der Politik, das festzulegen.
Der Politik müsse ebenso verständlich gemacht werden, dass "ohne uns die Infrastruktur keinen Sinn macht", sagte Schmid. Will heißen: Ohne Inhalte zählt alles nichts. Das ist auch das Thema von Schmids Vorgänger Doetz, der sich als VPRT-Bevollmächtigter nun um die Content-Allianz der Kreativwirtschaft kümmert. In Sachen Urheberrecht habe die Merkel-Regierung eine Legislaturperiode verschenkt. Nach der Bundestagswahl werde die Initiative der Regierung einen Forderungskatalog vorlegen, der dem Schutz der Inhalte dienen solle. Warum nicht vor der Wahl? Doetz: "Da bekommt man doch alles versprochen."

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