„Wild Girls“: Die Wüste in den Köpfen

Wenn RTL eine Show macht, in der Promis in der Wüste um den goldenen High Heel kämpfen, dann klingt das nicht unbedingt nach einer Oase im Programm. Am Mittwoch ging "Wild Girls" an den Start. Zwölf Wüstenmäuse von Kader Loth über Conchita Wurst (die österreichische Olivia Jones), bis zu Fiona Erdmann, die als Wüstenskorpion schneller Gift schießt, als die meisten ihrer Mitstreiter denken, sind als "Prominente" mit dabei in Namibia. "Wild Girls" taugt aber nicht mal als müder "Dschungelcamp"-Abklatsch.

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Am Mittwoch kündigte RTL an, "journalistischer" werden zu wollen. Um die Vorfreude darauf zu steigern, hat der Sender am gleichen Abend noch einmal alles gegeben und mit "Wild Girls" ein Kontrastprogramm vom Feinsten geboten. Also, gleich mal reingeschaut. 

Bevor der programmierte Zickenkrieg losgeht, müssen sich die Ladies vorstellen. Schließlich sagen selbst eingefleischten Trash-Fans Namen wie Miriam Balcerek ("Auf und davon") oder Ingrid Pavic (Ex- "Big Brother" und "Bekennender Botox-Fan“) nichts. Aber auch nach der Vorstellungsrunde ist man nicht schlauer. Denn die meisten sind ehemalige Kandidatinnen von Sendungen, die man ebenfalls nicht gesehen hat oder sind "Die Frau von…"  Von wem bitte? Moderiert wird die Show von einem gewissen Andreas Jahnke im Ranger-Look, der sich mit seinem Bekanntheitsgrad noch hinter den Frauen einreihen muss. 
Viel passiert dann nicht in diesem Wüstencamp. Selbst zum Fremdschämen bleibt aus Langeweile kaum Gelegenheit. Ein Einheimischer erklärt den Kandidatinnen, welche lebensbedrohlichen Gefahren in der Wüste auf sie lauern. Die "Glamourgirls" spielen die Geschockten. Dass es in Afrika gefährliche Tiere gibt – damit konnte man vorher natürlich nicht rechnen. Die Emotionen sprudeln schneller über, als sich die Schlangen vor den Schlangen retten können, und so fließen gefühlt alle fünf Minuten irgendwo die Tränen: Die Erdmann nervt die Gier der Deutschen, wo die Einheimischen doch gar nichts hätten. It-Girl Pavic hat Mitleid mit den ganzen Fliegen. Macht keinen Sinn? Nicht schlimm, Sinnlosigkeit ist das Thema des Abends.
FunFact: Für alle, die sich gefragt haben, warum Conchita Wurst, die mit ihrem Bart stark an Harald Glööckler erinnert, ausgerechnet diesen Künstlernamen gewählt hat: Er sei eine Mischung aus Verniedlichungsbezeichnungen für das weibliche und männliche Geschlechtsteil. Achso!
Wer bei "Wild Girls" auf eine Sommer-Adaption vom Dschungelcamp gehofft hat, dürfte von RTL schwer enttäuscht sein. Während "Ich bin ein Star" durch die Mischung aus lustigen und nervigen Promis wirkliche Unterhaltung bietet, besteht der Cast der Wüstenshow einfach aus unfassbar langweiligen Nobodys, die zwanghaft versuchen, das Klischee der Pink tragenden, großbusigen Tussi zu erfüllen. Bleibt zu hoffen, dass die Dürre in den Köpfen der RTL nur temporär ist. Mit "Wild Girls" hat der Sender jedenfalls nicht nur zwölf C-Promis in die namibische Wüste geschickt, sondern den Verstand der Zuschauer gleich mit.

Das erste Wüstencamp hat gerade angefangen, da droht bereits das nächste: Im August startet ProSieben die "Reality Queens auf Safari". In Tansania. Mit Challenges. Und Zickenkrieg. 

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