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Apple verliert iBook-Prozess in New York

Apple wurde von einem New Yorker Gericht wegen illegalen Preisabsprachen mit den fünf großen Buchverlagen für schuldig gesprochen. Zum Start des iBookstore 2010 hatte Apple zusammen mit den Buchverlagen höhere Preise nach dem Agentur-Modell als Gegenpol zu Amazons günstigerem Buchangebot etabliert. Die Verlage Hachette Livre, Harper Collins, Simon & Schuster, Penguin und die Holtzbrinck-Tochter MacMillan hatten bereits einer außergerichtlichen Einigung zugestimmt. Apple will in die Berufung gehen.

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Apple wurde von einem New Yorker Gericht wegen illegalen Preisabsprachen mit den fünf großen Buchverlagen für schuldig gesprochen. Zum Start des iBookstore 2010 hatte Apple zusammen mit den Buchverlagen höhere Preise nach dem Agentur-Modell als Gegenpol zu Amazons günstigerem Buchangebot etabliert. Die Verlage Hachette Livre, Harper Collins, Simon & Schuster, Penguin und die Holtzbrinck-Tochter MacMillan hatten bereits einer außergerichtlichen Einigung zugestimmt. Apple will in die Berufung gehen.

Apple-Gründer Steve Jobs habe sich für den Start des iBookstores 2010 aktiv dafür eingesetzt, mit den fünf Großverlagen Hachette Livre, Harper Collins, MacMillan, Penguin und Simon & Schuster eine alternative Preisbildung nach dem sogenannten Agentur-Modell anzustreben.

Seinerzeit dominierte Amazon den E-Book-Markt nach Belieben, bestimmte aber auch – zum Teil recht aggressiv – die Preise. Weil in den USA keine Buchpreisbindung herrscht, waren die US-Großverlage mehr oder weniger gezwungen, nach Amazons Preisvorstellungen zu spielen, die bei 9,99 Dollar für digitale Bücher auf dem Kindle begannen.

Verhängnisvolle Jobs-Mail an James Murdoch

Apples iBookstore, der mit dem Launch des ersten iPads in April 2010 gelauncht wurde, bot die Möglichkeit zu besseren Konditionen für die Verlage. Apple würde, wie schon bei Verkauf von Songs, Filmen und Apps 30 Prozent der Umsätze kassieren.

"Verbünde Dich mit Apple und lass uns zusehen, ob wir alle etwas davon haben, einen echten Mainstream-E-Book-Markt zu Preisen von 12,99 und 14,99 Dollar zu kreieren": Das schrieb Steve Jobs im Januar 2010 an James Murdoch, der die Geschicke der News Corp-Tochter Harper Collins verantwortet.

US-Richterin: "Apple nutzte den günstigen Moment"

Das Dokument wird dem iPad-Anbieter nun zum Verhängnis. "Apple spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau und der Ausführung dieser Verschwörung", erklärte Richterin Denise Cote gestern bei ihrer Urteilsverkündung.

Was Apple selbst davon hatte? Richterin Denise Cote: "Apple wollte nicht mit Amazon beim Preis konkurrieren". Also holte Apple die Verlage zu für sie besseren Konditionen ins Boot. "Apple nutzte den günstigen Moment und hat brilliant seine Karten ausgespielt", so Cote.

Apples Chancen in der Berufung gering

Der wertvollste Technologiekonzern der Welt sieht das naturgemäß ganz anders und geht gegen das Urteil an. "Apple hat keine Verschwörung angestrengt, um den Preis für E-Books zu manipulieren. Wir werden gegen diese falschen Beschuldigungen ankämpfen. Wir haben nichts Falsches getan und gehen in Berufung", erklärte Apple in einem Statement.

Mark Lemley, Jura-Professor der Universität Stanford, macht Apple dabei allerdings nicht besonders viel Hoffnung: "Ich wäre angesichts ihrer Chancen nicht besonders zuversichtlich", so Lemley gegenüber dem Tech-Portal AllThingsD. Wie hoch Apples Schadensersatzzahlung ausfällt, wird noch festgelegt. Die fünf Großverlage hatten sich zuvor mit dem US-Justizministerium außergerichtlich auf eine Zahlung von 166 Millionen Dollar geeinigt.

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