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Axel Springer entdeckt sein Tintenherz

Nanu, was ist denn das? Nach den Magazinen eHome und Griller kommt aus der Computerbild-Gruppe der Axel Springer AG schon wieder eine neue Zeitschrift: das Tätowier-Magazin Perfect Ink. Aber keine Angst - hinter der wilden Fassade steckt unverkennbar das Blattmacher-Gen von Computerbild & Co. Und jede Menge Tintenblut einer Redakteurin. Ob Perfect Ink künftig regelmäßig am Kiosk liegt, hängt vom Erfolg der ersten Ausgabe ab - MEEDIA hat sie sich angeschaut.

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Linda Schult begrüßt die Leser auf der ersten Seite von Perfect Ink als verantwortliche Redakteurin. Sie ist – na klar – ziemlich tätowiert. Die junge Frau steht mit ihrem Kürzel auch unter vielen – sehr vielen – der Artikel im Heft als Autorin und sie verabschiedet die Leser ganz am Ende mit einem Dankeschön aus dem Blatt. Man spürt: Hier hat jemand über ein Thema geschrieben und berichtet, das sie wirklich brennend, bzw. stechend, interessiert. Und das ist zuallererst eine gute Sache für ein Magazin, dass jemand mit Herzblut dahintersteht. Vielleicht sogar die wichtigste.

Inhaltlich hakt Perfect Ink dann so etwa jeden vorstellbaren Aspekt der Tätowiererei ab. Ein Redakteur wird in einer langen Heft-Strecke auf dem Weg zu seinem ersten Tattoo begleitet. Es gibt ein Promi-Interview mit der sehr tätowierten Rallye-Pilotin und TV-Moderatorin Lina van de Mars (Frage: Arschgeweih oder chinesisches Schriftzeichen? Antwort: Bitte beides NICHT!). Ein großer, mit wissenschaftlicher Akribie durchgeführter Test klärt über die Gefahren von gesundheitsschädlichen Tätowierfarben auf. Wir Unwissenden lernen, wie man ein gutes von einem schlechten Tattoo-Studio unterscheidet usw.

Überhaupt kann man als des Tätowierens Unkundiger in Perfect Ink einiges lernen. Zum Beispiel, dass die Stars der Branche auch „renommierte Stecher“ genannt werden und bis zu 200 Euro Stundensatz aufrufen. Oder dass es tatsächlich eine deutsche Tätowiermittelverordnung gibt.

Eine Rechtsberatung klärt auf, wer bei Tattoo-Pfusch haftet, Fußballer zeigen ihre Tattoos und Filmstars zeigen ihre, und Frau Schult ihre und Leser ihre. Wir lernen, wie so eine Tätowiermaschine funktioniert, wie man sein Tattoo pflegt und wie weh diese Stecherei eigentlich tut. Angeblich nicht so sehr, wie man denkt.

Sie merken schon: Perfekt Ink ist ein Rundum-Sorglos-Magazin für Tätowierte und solche, die es werden wollen. Alles wirkt seriös und hochwertig und ganz und gar nicht schmuddelig. Wäre dieses Magazin ein Tattoo-Studio, man könnte sich wohl guten Gewissens dorthin begeben, um sich verzieren zu lassen.

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Allerdings hat so ein Heft für eine doch spezielle Zielgruppe immer ein Grundproblem: Perfect Ink hat einen generalistischen, erklärenden, nutzwertigen Ansatz. Was wollen Linda Schult und ihre Mit-Tätowierten in einer theoretischen Ausgabe 2 schreiben? Heft 1 hat doch schon alle Fragen erschöpfend beantwortet.

Wenn Leser dauerhaft geködert werden sollen, wird man womöglich nicht umhin kommen, ein Tätowiermagazin doch eher auf die wirklichen Hardcore-Tattoo-Freunde hin auszurichten. Und da gibt es ja schon einige auch eher speziell aussehende Titel, die vom Bahnhofskiosk-Regal her freundlich winken.

Perfect Ink ist zunächst als One-Shot konzipiert, ab Samstag, 13. Juli im Handel, wird 100.000 mal gedruckt und kostet 6,90 Euro. Der Verkaufserfolg wird darüber richten, ob das Magazin eine einmalige Angelegenheit bleibt.

Die vielleicht wichtigste Frage zum Thema Tattoo wird in Perfect Ink übrigens auch gleich in der ersten Ausgabe beantwortet: Wie zum Teufel bekommt man die Dinger wieder weg ..?

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