Permira: vorerst kein Käufer für P7S1 in Sicht

Die Sendergruppe ist Opfer des eigenen Erfolgs: So begründet Götz Mäuser, Manager beim Investor Permira, warum scheinbar kein Medienkonzern am Kauf von ProSiebenSat.1 interessiert ist. Mehr als sieben Milliarden Euro sei die Sendergruppe mittlerweile wert - zu viel für deutsche Medienunternehmen. Permira und KRR suchen seit Monaten nach einem Ausstiegsszenario. Bei der anstehenden Hauptversammlung wollen sie ihre Anteile vergolden lassen - auf Kosten der Stimmenmehrheit.

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Hinzu käme, so Mäuser, dass für globale Medienkonzerne die Digitalisierung an erster Stelle stehe, nicht Internationalisierung – schon gar nicht in Europa. Die müssten die mehr als sieben Milliarde Euro an Marktwert erst einmal stemmen können, da ein Käufer zu einem Übernahmeangebot an alle Aktionäre verpflichtet ist, sobald er mehr als 30 Prozent der Aktien erwirbt.
Die Investoren Permira und KKR erwägen seit einiger Zeit den Ausstieg aus der Sendergruppe. Vor einigen Monaten soll die US-Bank JP Morgan damit beauftragt worden sein, verschiedene Ausstiegs- und Verkaufsszenarien auf ihre Durchführbarkeit zu prüfen. Zu den potenziellen Interessenten gehörten demnach Time Warner, Axel Springer, Comcast und Rupert Murdochs News Corp..
Permira und KKR hatten 2006 den Konzern vom Medienunternehmer Haim Saban für rund drei Milliarden Euro übernommen. Zusammen halten beide Unternehmen 53 Prozent an ProSiebenSat.1. Im Laufe der Zeit mussten die Investoren teilweise den Wert ihrer Beteiligung abschreiben, da die Sendergruppe mit rückläufigen Werbeumsätzen zu kämpfen hatte.
Im Dezember 2012 verkündte P7S1 dann den Verkauf des gesamten Senderportfolios in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark an Discovery Communications für 1,325 Milliarden Euro. Nach dem Verkauf waren erneut Gerüchte um einen Komplettausstieg der Mehrheitseigentümer laut geworden
Auf der Hauptversammlung am 23. Juli sollen die Aktiengattungen vereinheitlich werden, berichtet der Spiegel weiter. Der Vorgang kostet Permira und KKR die Stimmenmehrheit. "Die Mehrheit bringt uns nicht mehr Geld ein, als die Börse uns bietet", so Mäuser. "Wir sind daher zu dem Schluss gekommen, dass wir den größten Wert für unsere Investoren wohl mit einem Ausstieg über die Börse erzielen. Mit der Aktienumwandlung werden unsere Stammaktien nun zum Handel zugelassen."
Ein notwendiger Schritt für die Investoren, denn sie benötigen Geld. Viel Geld. Einem früheren Bericht des Spiegels zufolge plant P7S1, KKR und Permira zu einem Ausstieg aus dem Unternehmen zu bewegen. Als Gegenleistung dafür will der Konzern den beiden Eigentümern eine Super-Dividende auszahlen. Die beiden Firmen könnte damit Schulden ihrer gemeinsamen Lavena-Holding zurückzuzahlen. Lavena ist mit knapp zwei Milliarden Euro verschuldet, gut 600 Millionen Euro werden im März 2015 fällig.

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