Research Toolbox: Quellen auf einen Klick

Viele Recherchen beginnen mittlerweile im Internet. Beliebtes Hilfsmittel dabei sind Suchmaschinen. Doch egal ob Yahoo, Google oder andere: Für die journalistische Recherche sind die gewöhnlichen Angebote oft zu allgemein. Journalisten brauchen meist relevantere und speziellere Informationen. Ein Journalist und ein Programmierer haben ein Tool entwickelt, um die Online-Recherche zu erleichtern und zu verbessern: Die "Research Toolbox" fragt gleichzeitig wichtige Informationsquellen ab.

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Die Idee der Suchmaschine klingt ebenso simpel wie genial: Wie bei gewöhnlichen Suchmaschinen startet der Nutzer eine Stichwortsuche. Die Research-Toolbox sendet diese Anfrage gezielt an verschiedene ausgewählte Web-Quellen. Derzeit umfasst die Tool-Suche neben gewöhnlichen Anlaufstellen wie Google, Google News oder Wikipedia auch Quellen wie den Bundesanzeiger, das taz-Parteispenden-Watch, Lobbypedia oder das DPMAregister. Anders als bei Suchmaschinen oder Metasuchmaschinen, arbeitet das Tool des Startup-Unternehmers Jan Mechtel und des freien Journalisten Marvin Oppong nicht mit einem Index, der andere Seiten indiziert und die Ergebnisse nach eigenen Relevanzkriterien ausgibt. Das Tool liefert alle Eintragungen bei den unterschiedlichen Quellen eins zu eins.
"Dies bedeutet Vereinfachung und Beschleunigung der Recherche und größere Ausbeute, da Quellen durchsucht werden, bei denen man sich sonst nicht die Mühe machen würde, sie jedes Mal auch mit zu durchsuchen.", erklärt Oppong. Wer umfangreich im Netz recherchieren wolle, sollte möglichst viele Quellen mit einbeziehen. "Niemand macht sich die Mühe und öffnet 16 Tabs bzw. Suchseiten, um dort 16 Mal einen Suchbegriff einzugeben", behauptet der Journalist. Ihr Hilfsmittel sei verbleichbar mit einem "Schleppnetz beim Fischen."
Ursprünglich habe Mechtel die Suchmaschine für Oppongs eigene Recherchen entwickelt. "Weil sie so effektiv war, haben wir angefangen, die Toolbox zu verbessern und anderen zugänglich zu machen." Mittlerweile hätten sich bereits einige Redaktionen gefunden, die die Recherchehilfe in Anspruch nehmen.
Das Tool könnte sich sich besonders bei der Grundrecherche zu investigativen Geschichten als hilfreich erweisen. Im Gegensatz zu anderen Suchmaschinen oder Recherche-Tools ist die Research-Toolbox allerdings kostenpflichtig. Für einen Einzelaccount beläuft sich der Preis auf monatlich 50 Euro. Größere Bestellungen für Redaktions-Zugänge seien Verhandlungssache.
Marvin Oppong schreibt u.a. auch für MEEDIA

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