G+J weitet E-Commerce-Aktivitäten aus

Journalismus allein macht Medienhäuser nicht länger satt. Gruner + Jahr steigt jetzt mit einer Minderheitsbeteiligung bei dem Food-Versender Delinero ein. Zuvor hatte sich G+J schon bei Tausendkind.de, einem Online-Shop für Baby- und Kinderbekleidung beteiligt. Andere Häuser machen es vor. Mit E-Commerce erwirtschaftet zum Beispiel Hubert Burda Media seit Jahren steigende Umsätze. Die Hanseaten von Gruner nennen ihren E-Commerce aber lieber “Communities of Interest”.

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Der Gedanke dahinter: E-Commerce ja, aber die Verkaufe soll bitteschön auch zum Medien-Portfolio des Verlages passen. Der Kinder-Klamottenshop Tausendkind passt nach dieser Lesart zum zur G+J-Zeitschrift Eltern, der Food-Versender Delinero passt demnach zu G+J-Medien wie Essen & Trinken, Beef! oder der hauseigenen Koch-Community Chefkoch.de. Bei Burda haben sie da weniger Skrupel und verticken bekanntermaßen über Zooplus auch das berühmte Tierfutter. (Für Haustier-Bedarf hätte Gruner mit Dogs ja sogar die passende Zeitschrift im Programm …)

Ob es jetzt „journalistischer” oder „verlegerischer“ ist, sich nur an solchen E-Commerce-Angeboten zu beteiligen, die thematisch zu eigenen Medien passen, sei dahingestellt.  Arne Wolter, stellvertretender Chief Digital Officer Gruner + Jahr sagt: "G+J hat mit seinen etablierten und strahlkräftigen Marken bereits eine marktführende Position im Food-Segment. Die Zielgruppen unserer Titel und von Delinero überschneiden und ergänzen sich ideal, und wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.”

Was bedeutet dies in der Praxis, wenn sich Zielgruppen so schön überschneiden und ergänzen? Werden Leser von Essen & Trinken und Co. bald Rezepte serviert bekommen, deren Zutaten direkt bei Delinero bestellbar sind? Man wird sehen.

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