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Medien an der Börse: P7S1 top, RTL flop

Es gab viel zu gewinnen für Anleger in den ersten sechs Monaten an den deutschen Aktienmärkten – vor allem in der TV-Branche. Die Dauerläufer ProSiebenSat.1 als auch Sky bescherten ihren Anteilseignern im ersten Börsenhalbjahr üppige Kurszuwächse. Weniger gut lief es dagegen bei einem Neuling auf dem Kurszettel in Frankfurt und für Europas größten Zeitungsverlag. Das überraschendste Comeback gelang einem Internet-Unternehmen. Unsere Halbjahres-Bilanz der Medienaktien.

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Es gab viel zu gewinnen für Anleger in den ersten sechs Monaten an den deutschen Aktienmärkten – vor allem in der TV-Branche. Die Dauerläufer ProSiebenSat.1 als auch Sky bescherten ihren Anteilseignern im ersten Börsenhalbjahr üppige Kurszuwächse. Weniger gut lief es dagegen bei einem Neuling auf dem Kurszettel in Frankfurt und für Europas größten Zeitungsverlag. Das überraschendste Comeback gelang einem Internet-Unternehmen. Unsere Halbjahres-Bilanz der Medienaktien.

5. RTL Group:  –16 Prozent

Ein Dschungelcamp für Aktionäre ist die RTL Group eigentlich eher nicht. Keine Wundertüte wie ProSiebenSat.1 vor der Trennung ihrer langjährigen Kapitaleigner KKR/Permira, keine lupenreine Turnaround-Wette wie Sky. Die RTL-Aktie ist konservativer als das TV-Programm der Gruppe – sollte man meinen.

Am Ende notieren die Anteilsscheine, wenn man den Jahresstart bei über 75 Euro in Brüssel und Luxemburg zugrunde legt, nach sechs Monaten um 16 Prozent im Minus. Mitberücksichtigt werden muss dabei allerdings eine gleich doppelte Dividendenzahlung von insgesamt 10,50 Euro (5,10 + 5,40 Euro), weil sich Konzernmutter Bertelsmann eine satte Ausschüttung von 1,6 Milliarden Euro gönnte.

Zieht man nach dem deutschen Börsenlisting Anfang Mai Bilanz, als RTL-Aktien nach der Dividendenzahlung für 55,50 Euro an der Börse Frankfurt debütierten, liegen Aktionäre bis Ende Juni dagegen um 13 Prozent Plus.

4. Springer: +1 Prozent

Die Partystimmung war allgegenwärtig an den Leitbörsen im ersten Halbjahr 2013: Allzeithochs im Dow Jones, im deutschen Bluechip-Index Dax und im Nebenwerte-Index MDax, dem auch die Axel Springer AG angehört.

Doch Aktionäre von Deutschlands größtem Zeitungsverlag, der sich anschickt, das "führende digitale Medienunternehmen" zu werden, hatten erneut wenig Freude an ihrem Investment, das gerade mal ein mageres Prozent Plus in sechs Monaten verbuchte, während der Vergleichsindex MDax um 15 Prozent zulegte.

Börsen-Enttäuschungen sind für Springer-Aktionäre nichts Neues: Die Berliner sind seit geraumer Zeit ein beständiger Underperformer an den Aktienmärkten und hatten ihren Anteilseignern in den vergangenen zwei Jahren fallende Notierungen eingebracht. Konzernchef Mathias Döpfner trieb unterdessen "den digitalen Umbau des gesamten Unternehmens" voran, der durch Zukäufe deutlich forciert werden soll, "um unsere Position als Vorreiter der Digitalisierung weiter auszubauen".

3. Xing: +25 Prozent

Es sah so aus, als hätten Aktionäre von Xing ihre aufregendste Zeit an der Börse hinter sich, kam im vierten Quartal des vergangenen Jahres doch eine nicht unattraktive Übernahmeofferte von Burda über 44 Euro, die die seinerzeit schwächelnde Xing-Aktie in Richtung eben dieses Gebots beförderte.

Nachdem Burda im Dezember dann die Übernahme der Mehrheit an Xing verkünden konnte, war die Luft aus der ersten Web 2.0-Aktie der Welt heraus. Bis Mai pendelte das Papier unter der Marke, dann folgte eine der seltsamsten Kursexplosionen der vergangenen Monate, die die Xing-Aktie binnen sechs Wochen von 38 Euro auf neue Jahreshochs bei 58 Euro katapultierte.   

Katalysatoren für den Zuwachs von über 50 Prozent in sechs Wochen gibt es kaum. Die jüngste Konzernbilanz fiel wenig begeisternd aus: Xing scheint an die Grenzen seines Wachstums gestoßen zu sein. Doch an der Börse spielen Fakten manchmal nur eine untergeordnete Rolle. Neu ist das Phänomen nicht: Im sogenannten Sommerhandel hat schon manche Aktie bei dünnen Umsätze turbulente Kursbewegungen hingelegt – erst recht bei einem verringerten Freefloat.  

2. Sky: + 29 Prozent

Der Ursprung der erneuten Kurszuwächse von Sky ist unterdessen alles andere als ein Mysterium. Der Turnaround-Traum des Münchner Pay-TV-Senders lebt schließlich wieder. Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres konnte der Bezahlfernsehsender, an dem Medientycoon Rupert Murdoch mehrheitlich beteiligt ist, erstmals operativ schwarze Zahlen verkünden.

Dieses Jahr gingen die guten Nachrichten weiter: Von den Fußballfesten von Bayern München und Borussia Dortmund in der europäischen Königsklasse profitierte auch die Sky-Aktie. Dann folgte die lang erwartete Kooperation mit der Deutschen Telekom zur Verwendung der Premium-Inhalte.

Ob der Gipfelsturm in die Verlängerung gehen kann, ist unter den Bankhäusern umstritten. Glaubt man der Analystenzunft, hat Sky den Börsenhimmel weitgehend erreicht – das Kurspotenzial scheint ausgeschöpft.
 
1. ProSiebenSat.1: + 55 Prozent

Es gibt Stoffe, aus denen Börsenträume sind. Bei sage und schreibe 88 Cents notierten die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 vor vier Jahren. Wer sich in jenen Tagen die Aktie ins Portfolio gelegt und bis heute durchgehalten hat, blickt auf einen der bemerkenswertesten Kursaufschwünge der vergangenen Jahrzehnte zurück.

Aus weniger als einem Euro wären mehr als 33 Euro geworden – und pünktlich zu Beginn des neuen Halbjahres scheint sich die Rallye sogar fortzusetzen. Die Anteilsscheine von ProSiebenSat.1 konnten Anfang Mai dabei sogar eine alte Bestmarke durchbrechen – bei über 30 Euro notierte die P7S1-Aktie zuletzt 2001.

Die spannenden Zeiten müssen für P7S1-Aktionäre damit noch lange nicht vorbei sein: Nachdem die Finanzinvestoren KKR und Permira in den vergangenen Monaten Aktienpakete in Höhe von 485 Millionen Euro erfolgreich bei institutionellen Investoren platzieren konnten, könnte der Startschuss für einen Wechsel der Mehrheit an der deutschen Fernsehsenderkette gefallen sein. 

Als Interessenten werden Rupert Murdochs News Corp, Time Warner und weiter hartnäckig Axel Springer gehandelt. Ganz nebenbei könnte P7S1 plötzlich zum Dax-Kandidaten werden, da mehr Aktien frei handelbar werden.

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