iOS 7: Apples Vorliebe für deutsches Design

Deutsches Design und Apple: Diese Beziehung ist inniger, als viele Käufer der Kultprodukte aus Cupertino ahnen. Wie Apple-Kenner John Gruber herausgearbeitet hat, ist das neue mobile Betriebssystem iOS 7 offenkundig vom früheren Stardesigner Otto Aicher inspiriert worden, der schon das Logo für die Olympischen Spiele 1972 und die Lufthansa gestaltete. Apples Chefdesigner Jony Ive gilt von Braun-Gestalter Dieter Rams beeinflusst, während Steve Jobs einst Richard Sapper verpflichten wollte.

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Deutsches Design und Apple: Diese Beziehung ist inniger, als viele Käufer der Kultprodukte aus Cupertino ahnen. Wie Apple-Kenner John Gruber herausgearbeitet hat, ist das neue mobile Betriebssystem iOS 7 offenkundig vom früheren Stardesigner Otto Aicher inspiriert worden, der schon das Logo für die Olympischen Spiele 1972 und die Lufthansa gestaltete. Apples Chefdesigner Jony Ive gilt von Braun-Gestalter Dieter Rams beeinflusst, während Steve Jobs einst Richard Sapper verpflichten wollte.

Die Ansage klang wie ein Manifest: "Das ist es. Das ist, was zählt. Ein Produkt erleben. Was für ein Gefühl es jemanden gibt", gab Apple in seinem TV-Spot "Designed in Cupertino" das Leitmotto aus. Keine Frage: Das Gefühl, das Apple-Produkte ihrem Benutzer geben, hängt ganz stark von ihrem immer wieder beeindruckenden Design ab, das Apple maßgeblich zur Kultmarke machte.

Apples Designprinzipien sind hinlänglich bekannt: "Einfachheit ist die ultimative Perfektion" lautete schon 1977 der Slogan zu Kampagne für den Apple II. Fast unisono fasste Apples Designchef Jony Ive, den Steve Jobs seinen "spirituellen Partner" nannte, sein Credo zusammen: "Es liegt eine profunde, nicht endende Schönheit in Einfachheit, in Klarheit, in Effektivität", verkündete Ive vor wenigen Wochen auf der WWDC.

Steve Jobs und Jony Ive verehrten deutsches Design

Vielfach unbekannt ist jedoch, dass sowohl Jobs als auch Ive maßgeblich von deutschen Designern beeinflusst wurden: Jobs verehrte den Schwaben Hartmut Esslinger (den Jobs’ Biograf Walter Isaacson irrtümlich zum Bayer machte) und verpflichtete ihn schließlich 1983, um für Apple in Cupertino zu arbeiten.

Als der Apple-Gründer 1997 zur zweiten Amtszeit antrat, wollte er die deutsche Designlegende Richard Sapper, der das IBM Thinkpad gestaltet hatte, für ein 30 Millionen Dollar Jahresgehalt anwerben, doch der damals schon 66-Jährige wollte nicht in die USA übersiedeln, was er heute sehr bereut.

Stattdessen kam der junge Jony Ive zum Zuge und sollte mit dem iMac sein erstes Meisterstück für Apple entwerfen. Ive wiederum nennt als maßgeblichen Einfluss den Braun-Chefdesigner Dieter Rams.

Otto Aicher: Kampagne der Olympichen Spiele 1972 iOS 7-Vorbild?

Wenig überraschend ist daher nun die nächste Anleihe an deutsche Designkunst, die Apple-Blogger John Gruber („Daring Fireball“) ausfindig gemacht haben will: Das neue mobile Betriebssystem iOS 7 sei von Otto Aicher inspiriert.

Otto Aicher? Der 1991 verstorbene Ulmer gilt als einer der größten deutschen Gestalter des 20. Jahrhunderts und entwarf u.a. die Kampagne für die Olympischen Spiele in München 1972. Die seinerzeit für die verschiedenen Sportarten entworfenen Piktogramme haben bis heute etwa als Wegweiser für Radfahrwege überdauert. Auch das Logo der Lufthansa, das bis heute in leichter Modifikation Bestand hat, entwarf Aicher.

Das Corporate Design der deutschen Designlegende weist jenen typischen Minimalismus auf, der auch Apple Gestaltung so eigen ist. Vor allem seine Typographie und seine bunte Farbgebung, mit der er jede Sportart in den Logos zu den Olympischen Spielen unterschiedlich hervorhob, will Gruber nun in iOS 7, das einer drastischen und recht knalligen Generalüberholung unterzogen wurde, wieder entdeckt haben, berichtet der Business Insider.

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