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Zynga-Krise: Mark Pincus tritt als CEO ab

Exakt vier Monate nach dem Rauswurf von Groupon-Gründer Andrew Mason hat es nun auch einen anderen Vorstandsvorsitzenden eines einst hochgewetteten Social Media-Stars erwischt: Mark Pincus ist nicht länger CEO des Social-Game-Anbieters Zynga, sondern nur noch Produktvorstand und Aufsichtsratschef. Der neue starke Mann kommt von Microsoft: Don Mattrick, 49, früher Chef der Xbox-Sparte. An der Börse reagierten Anleger mit einem Freudensprung von 11 Prozent auf den Managementwechsel.

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Das Spiel an der Konzernspitze ist aus für Mark Pincus. Der Gründer des Social Games-Anbieters Zynga hat seinen Chefposten zur Verfügung gestellt und wird künftig als Hauptverantwortlicher die Produktentwicklung leiten und den Aufsichtsrat anführen. Die Konzernführung liegt künftig beim früheren Xbox-Chef Don Mattrick.

Das gab Zynga in einem Blogeintrag des Gründers Pincus bekannt, der einen so ganz anderen Ton besitzt als der zum Abgang von Andrew Mason bei Groupon vor vier Monaten. Mason nahm seinen Rauswurf zumindest nach außen hin ziemlich lässig hin: "Nach viereinhalb wunderbaren und intensiven Jahren als Groupon-CEO habe ich mich dafür entschieden, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Nur Spaß – ich wurde gefeuert."

Bitterer Schritt nach unten für Silicon Valley-Veteran Pincus

Pincus klingt dagegen mit aller Macht bemüht, den CEO-Wechsel als seine Entscheidung aussehen zu lassen: "Ich habe immer gesagt, dass – wenn ich jemanden finde, der einen besseren Job als CEO als ich macht – ich alles tun werde, um die Person zu rekrutieren", schreibt Pincus im Firmenblog. "Ich bin zuversichtlich, dass Don dieser Führer ist. "

Bei PandoDaily weist Sarah Lacy allerdings darauf hin, dass Pincus in der Vergangenheit keine Gelegenheit ausgelassen hat, sich als Gründer und CEO darzustellen, der bis zuletzt bei Zynga bleiben und das Unternehmen als Konzernchef steuern wolle. Entsprechend bitter klingt der unbestreitbare Abstieg des 47-Jährigen beim Social Games-Anbieter, den er mitgegründet und sechs Jahre als CEO angeführt hat.

Dramatischer Börsenabsturz und rote Zahlen werden Pincus zum Verhängnis

Zum Verhängnis wurde Pincus – wie schon vielen Unternehmern vor ihm – der Gang an die Börse, wo Zynga nach einem respektablen Beginn einen Totalabsturz erlebte. 2011 noch für 10 Dollar je Anteilsschein debütiert, war die Zynga-Aktie bis zum Bekanntwerden des Managementwechsels gestern auf unter 3 Dollar abgestürzt. In der Spitze ging es gar bis auf 2 Dollar herunter.  

So ziemlich alles lief in den vergangenen achtzehn Monaten gegen Mark Pincus: Die Nutzer, die auf Facebook Browserspiele wie "Mafia Wars" oder "FarmVille" spielen wollten, wurden weniger, eine Abschreibung auf den Spiele-Anbieter OMGPOP ruinierte die Bilanz, neue Spiele schlugen nicht ein wie erwartet, der Mobiltrend des eher browserorientierten Spieleanbieters wurde verschlafen.

"Das Jahr des Übergangs und der Investitionen" ohne Pincus an der Spitze

Die Folge: Gewinnwarnungen und rote Zahlen wechselten sich in der jüngeren Vergangenheit von Quartal zu Quartal ab. Es folgten drastische Kündigungen.  Trotzdem hatte sich Pincus bis zuletzt kämpferisch gezeigt: "Wir freuen uns darauf, eine neue Klasse von Social Games auf Mobiltelefone und Tablets zu bringen. 2013 wird das Jahr des Übergangs und der Investitionen", versuchte das Silicon Valley-Urgestein Anfang des Jahres noch Aufbruchsstimmung zu erzeugen.

Diesen Job hat nun der 49-jährige Microsoft-Manager Mattricks übernommen, der nach Angaben des Wall Street Journals zu 95 Prozent in Aktien entlohnt werden soll. Pincus bleibt die Hoffnung auf ein Comeback. Es ist schließlich nicht zu Ende, bis es ganz zu Ende ist. 

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