Warum Social Games nur noch nerven

Sie heißen FarmVille, Monster World, Hidden Chronicles oder Plants vs. Zombies Adventures - so genannte Social Games bei Facebook und Co., bei denen man mit seinen Netzwerk-Kontakten gemeinsam online spielt. Einst waren diese “sozialen” Spiele ein großer Hype im Web, mittlerweile ist die Begeisterung bei Investoren und Spielern deutlich abgekühlt. Im Rekordtempo haben sich Social Games vom “heißen Scheiß” der Stunde zum Nerv-Tool Nummer Eins entwickelt.

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Haben Sie auch schon bei Facebook an ihre Kontakte Nachrichten rumgeschickt, dass sie keine Belästigung durch nervige Spiele-Einladungen mehr bekommen möchten? Noch vor wenigen Jahren war es cool und spannend, in Facebook bei FarmVille virtuelle Erdbeeren zu züchten oder sich in Mafia-Kriege zu stürzen. Mittlerweile nervt die Social-Games-Manie nur noch. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Abzocke

Spiele-Hersteller wie das krisengeschüttelte Zynga oder auch Games-Riese Electronic Arts haben erkannt, dass man mit Social Games schnelles Geld machen kann. Es ist praktisch unmöglich, bei den Spielen weiterzukommen, ohne im Spiel für echtes Geld virtuelle Währungen oder sonstige virtuelle Ausrüstungsgegenstände zu kaufen. Und da es nicht bei einer einmaligen Anschaffung bleibt, muss man immer weiter zahlen, wenn man weiterspielen möchte. Anfixen und abkassieren ist vielfach das Motto. Das riecht nach Abzocke, das ist Abzocke.

Nervige Anfragen

Social Games sind extrem penetrant darin, die eigenen Facebook-Kontakte abzuschöpfen. Wer sich in diesen Spielen nicht mit “Nachbarn” vernetzt, hat ebenso kaum Chancen weiterzukommen. Die Spiele fordern ständig dazu auf, Einladungen zum Mitspielen an Facebook-Freunde zu versenden – am besten an alle gleichzeitig. Doch die “Freunde” sind oft nur noch genervt und blockieren die Spiele-Anfragen. Schlimmstenfalls droht die “Ent-Freundung” – die Höchststrafe im Social-Dorf.

Der Zeitkiller-Faktor

Gerade moderne Social Games, wie etwa das brandneue Plants vs. Zombies Adventures, sind durchaus komplex und erfordern sehr viel zeitliche Aufmerksamkeit. Wer seine virtuellen Grundstücke nicht ständig hegt, pflegt und von Zombies befreit, der gerät beim Spielen schnell ins Hintertreffen. Gerade für berufstätige Menschen entwickeln sich Social Games so zum nicht tolerierbaren Zeitkiller.

Zusammengefasst:

Social Games fressen Geld, Zeit und belasten die Beziehungen zu Social-Network-Kontakten (und sorgen schlimmstenfalls für schief hängenden Haussegen im echten Leben). Das sehen mittlerweile auch viele Spieler so. Die Nutzerzahlen beim früheren Vorzeige-Unternehmen Zynga sinken beispielsweise deutlich und damit auch der Umsatz. Gerade musste Gründer Mark Pincus sein Amt als CEO abgeben. 2011 prognostizierte das Marktforschungsinstitut Parks Associates noch eine Verfünffachung des Umsatzes mit Social Games bis 2015. Wie das so ist mit Glaskugel-Prognosen. Manchmal kommt das Game Over früher, als man glaubt.

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