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Umfrage: Medien lehnen Nutzerbeteiligung ab

Wie sieht die Medienwelt in zehn Jahren aus? Die Medienplattform StoryDrive und die Berliner Agentur Newthinking entwickelten zu dieser Dauerbrenner-Frage anhand einer Umfrage ein internationales Stimmungsbild, in dem Vertreter aus Games-, Film-,Buch- und Medienbranche ihre Prognosen für die Medienwelt 2022 darstellen. Dabei zeigte sich, dass viele der befragten Medienvertreter eine größeres Maß an Mitbestimmung durch Leser und Konsumenten eher ablehnen.

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Ausgangspunkt der Umfrage waren zweiundzwanzig Videostatements von Persönlichkeiten aus der Medien- und Inhalte-Industrie. Neben Trendforschern, Verlegern, Autoren sowie Filmproduzenten skizzierten und inszenierten auch Games-Entwickler ihre Visionen für die Medienwelt im Jahr 2022. Sieben ausgewählte Szenarien dienten dann als Grundlage für die Online-Umfrage, an der sich rund 1.400 Personen aus der internationalen Content-und Medienwelt beteiligten.
54 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Unternehmen bereits multimediale Produkte anbieten oder planen. Auch der Zusammenschluss mit anderen Branchen als Innovationsmotor wird durchaus positiv bewertet (44 Prozent). Interessant: Einige Befragten rechnen sogar mit einem Comeback der Printmedien als eine Art Gegenbewegung zur fortschreitenden Digitalisierung.
Den User als Partner oder Investor können sich die Befragten in der Zukunft dagegen kaum vorstellen. Das Szenario fand nur bei 25 Prozent Zuspruch. Wenn es also darum geht, dem User ein höheres Maß an Mitbestimmung einzuräumen, ist dies der Studie nach nicht im Sinne der Medienwelt. Als Grund wird hier oft der mögliche Verlust von Qualität angegeben. Den höchsten Wert an Ablehnung (36 Prozent) erhält jedoch das Szenario "Virtuelle Welten", das die Verschmelzung von Realität und Fiktion über omnipräsente Technologie heraufbeschwört. 80 Prozent stehen dieser Vision "ablehnend" beziehungsweise "beobachtend" gegenüber. "Hier zeigt sich nach wie vor eine tiefe Verunsicherung der Medienvertreter gegenüber technologisch getriebenen Veränderungen und die Angst um den Verlust ihres Stellenwerts", so Autorin der Studie, Britta Friedrich.
Auch wenn es um personalisierte Inhalte geht, wie beispielsweise Apps mit denen User  Wartezeiten angeben können und im Gegenzug eine auf die Zeit angepasste Geschichte geliefert bekommen, sind die Medienmacher unterschiedlicher Ansichten. Während 27 Prozent bereit sind, derartige Produkte anzubieten, stehen immerhin 81 Prozent Nutzer angepassten Geschichten zurückhaltend gegenüber. Auch hier wird deutlich: Je höher das Mitspracherecht des Users, desto niedriger die Zustimmung der Medienvertreter.
Auch neue Wertschöpfungsformen, wie Crowdfunding, waren Thema des Stimmungsbilds. Nur 17 Prozent reagieren bereits auf den Trend der Schwarmfinanzierung, während die Hälfte ihn erst mal beobachtet.

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