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Börsenverlierer: Apple vernichtet seinen Wert

Obwohl sich die Aktienmärkte weltweit in den ersten sechs Monaten 2013 fast durchgehend steigender Kurse erfreuten, leckte eine Branche ihre Wunden – die extrem kompetitive Smartphone-Industrie. Gleich vier der fünf schlechtest laufenden Technologieaktien kommen aus dem Mobilfunksektor. Die Nummer fünf im Bunde ist das weltgrößte Social Network Facebook, das auch ein Jahr nach seinem Börsengang unter der ambitionierten Bewertung leidet...

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Obwohl sich die Aktienmärkte weltweit in den ersten sechs Monaten 2013 fast durchgehend steigender Kurse erfreuten, leckte eine Branche ihre Wunden – die extrem kompetitive Smartphone-Industrie. Gleich vier der fünf schlechtest laufenden Technologieaktien kommen aus dem Mobilfunksektor. Die Nummer fünf im Bunde ist das weltgrößte Social Network Facebook, das auch ein Jahr nach seinem Börsengang unter der ambitionierten Bewertung leidet… 

5. Nokia: – 3 Prozent  

Seine besten Zeiten hat der Handypionier Nokia nach einem spektakulären Absturz von den Allzeithochs aus dem Jahr 2000 offenkundig hinter sich. "Wir stehen auf einer brennenden Plattform", musste der neue Konzernchef Stephen Elop vor knapp zwei Jahren nach Übernahme der Amtsgeschäfte zugeben. "Da ist eine gewaltige Hitze, die von unserer Konkurrenz ausgeht, schneller als wir es jemals erwartet hatten."

Es folgten existenzielle Umstruktierungsbemühungen mit Microsofts mobiler Plattform Windows Phone, die sich erst hinzogen, dann aber mit einem positiven Weihnachtsgeschäft erste Früchte trugen. Der finnische Handyhersteller verkaufte weitaus mehr Smartphones als erwartet, allen voran das neue Hoffnungsträger-Device Lumia.

Doch ob Nokias Comeback nachhaltig ist, bezweifeln immer noch viele Anleger. Vielmehr wird der einst wertvollste Konzern Europas inzwischen als Übernahmekandidat von Microsoft oder Huawei gehandelt.

4. Facebook: – 7 Prozent

Auch ein Jahr nach dem komplett verfloppten IPO ist die Börsenwelt für Facebook-Aktionäre nicht in Ordnung. 35 Prozent beträgt das Minus von hoffnungsvollen Anlegern, die in Mai 2012 bei Facebooks Gang an die Wall Street in das weltgrößte Social Network investiert haben. Zu 38 Dollar debütierte das Papier seinerzeit an der Technologiebörse Nasdaq – keine 25 Dollar waren davon am Freitag noch übrig.

Als sich das neun Jahre junge Internet-Unternehmen vor einigen Wochen erstmals zu einer Hauptversammlung stellte, gab sich Konzernchef Mark Zuckerberg selbstkritisch: Wir sind enttäuscht, wie sich die Aktie im vergangenen Jahr entwickelt hat", bekannte der Gründer und CEO. Der 29-Jährige gestand ein, dass es nicht reiche, die Welt "zu einem offeneren und besser vernetzen Platz zu machen". Man müsse auch "große Renditen für unsere Aktionäre erzielen."

Wie das künftig gelingen soll, erscheint weiter fragwürdig, da Facebook mit einer Börsenbewertung von 69 Milliarden Dollar als drittwertvollster Internetkonzern der Welt angesichts der weiterhin spärlichen Gewinne extrem teuer erscheint.

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3. Blackberry: – 12 Prozent

Der größte Comeback-Versuch in der Smartphone-Branche geriet ausgerechnet am allerletzten Handelstag des ersten Halbjahres zum totalen Debakel: Anteilsscheine von Blackberry kollabierten am Freitag um 28 Prozent.     

Dabei sah es für sechs Monate so aus, als sollte dem früheren Börsenstar Research in Motion (RIM), wie der Blackberry-Hersteller bis Anfang des Jahres noch hieß, ein durchaus furioser Turnaround dank der harten Hand des neuen CEOs Thorsten Heins gelingen. Der ehemalige Siemens-Manager führte Blackberry im Februar-Quartal noch aus den roten Zahlen, musste nun aber den erneuten Absturz in Verlustzone ausweisen. Die Börse verliert die Geduld und zählt Blackberry trotz des neuen Modells Z10 an…

2. Samsung: – 17 Prozent

Nicht nur Apple ist an den Aktienmärkten beständig unter Druck. Auch der große Smartphone-Rivale Samsung hat schwere Monate hinter sich: Die phänomenale Wachstumsstory der vergangenen Jahre, die den südkoreanischen Verbraucherelektronik-Hersteller unter die fünf wertvollsten Technologiekonzerne der Welt katapultierte, bekommt nach einem starken Start ins neue Jahr mit Verkaufsrekorden am Fließband einen Knick.

Die Aktie verlor allein im Juni 20 Prozent ihres Wertes und stürzte vergangene Woche auf den tiefsten Stand des Jahres ab. Analysten sehen das Ende des Goldrausches gekommen und kürzen ihre Prognosen für das Galaxy S4 immer mehr zusammen. Bizarrerweise wird der mutmaßliche Profiteur Apple in Sippenhaft genommen und geht mit Samsung immer tiefer in den Sinkflug.

1. Apple:  – 26 Prozent

Jede Erfolgsgeschichte geht einmal zu Ende. Die von Apple scheint so tragisch zu enden wie das Ende letztlich jedes Königreiches, das seinen Höhepunkt überschritten hat: Der Abstieg erfolgt immer brutaler und schneller als der Aufstieg. Seit nunmehr neun Monaten befindet sich der iPhone-Hersteller an der Börse im freien Fall. Von Kursen über 700 Dollar bis auf Notierungen von nicht mal mehr 400 Dollar am vergangenen Freitag hat sich Apples Wert an der Wall Street fast halbiert, während die Kurse rund um den Globus ein Hoch nach dem nächsten feierten.

Der Grund für den kollektiven Vertrauensentzug der Anleger ist schnell erklärt: Apples phänomenale, 15 Jahre umfassende Wachstumsstory ist zu Ende. Die Gewinne schrumpfen – und zwar drastisch. CEO Tim Cook konnte zudem seit Oktober keine neuen Produkte mehr präsentieren. Anleger haben genug gesehen und schicken Anteilsscheine von Apple immer tiefer in den Keller. Seit Januar beträgt das Minus nun schon 26 Prozent. 

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