Wie der Shitstorm in den Duden kam

Publishing Der "Shitstorm" ist jetzt offiziell in den deutschen Sprachgebrauch übernommen. Denn unter dem Buchstaben "S" findet sich in der 26. Auflage des Duden der Begriff, der massenhafte Kritik in sozialen Medien beschreibt und in den vergangenen Wochen und Monaten häufig Gebrauch findet. MEEDIA zählt auf, welche Medien- und Netzweltbegriffe dieses Jahr neu in das gelbe Standardwerk aufgenommen worden sind: von A wie "App" bis Q wie "QR-Code".

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Im Jahr 2011 war der Begriff "Shitstorm" bereits Anglizismus des Jahres. 2012 wurde er sogar zum Wort des Jahres in der Schweiz ernannt. Jetzt gehört der "Scheißesturm" zum Repertoire der deutschen Sprache und steht im Duden. Und weil es den Shitstorm nur in sozialen Medien geben kann, druckt das Wörterbuch "Social Media" und "Facebook" gleich noch mit. 
Die Bild-Zeitung arbeitet bereits seit der Fußball-WM 2006 mit ihren Lesern zusammen und berichtet unter der Rubrik "Bild-Leser-Reporter" über – meist – lustige Ereignisse, die von Privatleuten zugespielt wurden. Das Konzept wurde von vielen Blättern übernommen – und die Begriffe "Leserreporterin" und "Leserreporter" jetzt auch vom Duden.
Bevor ein Journalist für eine Geschichte auf die Straße geht, beginnt seine Recherche in den wohl meisten Fällen im Netz. Der Internetbegriff "Onlinerecherche" hat es in diesem Jahr ebenfalls in den Duden geschafft. Auch neu aufgenommen: "QR-Code". Dafür hätte sich auch wohl schwer ein deutsches Wort finden lassen.
Das bleibt nicht der einzige Anglizismus: Weil der Begriff "Spieler" vielleicht zu sehr an Sportler erinnert, erlaubt Duden-Chefredakteur Dr. Werner Scholze-Stubenrecht nun auch den "Gamer".
Laut einer aktuellen Studie lesen Kinder lieber E-Books als Gedrucktes. Für die digitalen Geschichten braucht man einen "E-Reader". Was genau das ist, erklärt jetzt auch das Wörterbuch. Nachwuchs, der mit E-Readern, iPhones und Co. aufwächst, schimpft sich "Digital Natives". Auch dazu hat der Duden jetzt ein paar Zeilen formuliert. Zu guter letzt findet endlich auch ein digitaler Dauerbrenner Erwähnung: die "App" steht jetzt ganz weit vorne im gelben Wälzer.
Apropos digital: Erstmals verbindet der Duden seine Online-Angebote mit Gedrucktem. Im Preis von 24,99 Euro für das Wörterbuch aus Papier ist auch ein Code für den Download der Wörterbuch-App und Zugang zur elektronischen Rechtschreibprüfung enthalten.

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