Bator: „Jan Hofer ist auch ein Heuchler“

Die “Tagesschau” steht seit sechs Jahrzehnten für seriöse Berichterstattung, doch hinter den Kulissen können auch die Fetzen fliegen. Zwischen Sprecher Jan Hofer und seinem Ex-Kollegen Marc Bator geht es ordentlich zur Sache. Nachdem der neue Sat.1-Nachrichtensprecher seinen ehemaligen Arbeitgeber als Rentnertruppe bezeichnet hat, schießt Hofer in der Zeitschrift Closer zurück: Bator sei ein Lügner. "Dass er dabei keinen vernünftigen Satz rausgebracht hat, ist wohl kaum unsere Schuld."

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“Ich habe ihm gesagt, sein letzter Auftritt ist in den ‚Tagesthemen‘. Caren Miosga wird die Verabschiedung machen, er kann ein paar Sätze sagen, alles gut. Genauso ist es passiert”, so Hofer gegenüber der Closer. In seiner letzten Sendung am 27. April hatte sich Bator nur mit den Worten "Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!" verabschiedet.

Im Closer-Interview zeigt sich Hofer enttäuscht. Bator hätte ihm immerhin viel zu verdanken. Es sei damals nicht einfach gewesen, ihn in die Nachrichtensendung zu bekommen. Viele hätten ihn für unpassend befunden. "Er war ja ursprünglich Off-Sprecher", so Hofer. "Und dann nach seinem Abschied von einer ‚Rentnertruppe‘ bei der ‚Tagesschau‘ zu sprechen, fand ich mehr als unangebracht.“
Von Demut will Bator aber nichts wissen. Gegenüber der Bild lässt er seinen ehemaligen Mentoren wissen: “Ich bin an meinem letzten Tag von unserem Chef vom Dienst angewiesen worden, auf Wunsch des Senders jegliche Abschiedsworte zu unterlassen.” Wenn Hofer jetzt etwas anderes behaupten würde, dann sei er der Lügner. Auch der Hamburger Morgenpost gesteht er: "Das ist schon harter Tobak. Ich lasse mir viel Kritik gefallen, auch von Jan Hofer. Aber ich habe nicht gelogen. Ich bin doch kein Idiot." Jan Hofer sei nicht nur ein Lügner, sondern auch ein Heuchler. Damals hätte der 60-Jährige ihm noch zum Senderwechsel gratuliert. "Und jetzt tritt er fies nach. Vielleicht will er so ja nur von seinen eigenen beruflichen Niederlagen ablenken", so Bator. Gemeint ist damit die Moderation der MDR-Talkshow "Riverboat", die Hofer nach zehn Jahren abgab.

"So viele Zuschauer, wie er jetzt im ganzen Monat nicht hat"

Dem Zoff der Anchormänner war ein Interview vorangegangen, dass der 40-Jährige dem Hamburger Abendblatt gegeben hatte. Darin hatte er erklärt, dass er vor seinem Abschied schon drei Jahre lange mit dem Gedanken gespielt hatte, die “Tagesschau” zu verlassen. Bator hatte die Nachrichtensendung seit 2005 moderiert. Er habe die Perspektive vermisst, als Nachrichtenmoderator andere Wege zu gehen und journalistischer zu arbeiten. Noch nie hätte er so entspannt gearbeitet, wie mit den neuen Kollegen in Berlin, verriet der neue Sat.1-Mann. Worte, die bei seinen ehemaligen Kollegen keine Begeisterungsstürme ausgelöst haben dürften.
Doch Hofer weiß sich zu wehren. So erklärt er gegenüber der Closer, dass er Bator nach dessen Kündigung angerufen und gefragt hätte, ob er noch bis zum Schluss vor die Nachrichten moderieren wolle. “Wir haben ihn nach seinem Wunsch dann im Dienstplan gelassen. Er hatte sogar noch zweimal die 20-Uhr-‚Tagesschau‘. Das sind in einer Sendung so viele Zuschauer, wie er jetzt im ganzen Monat nicht hat.” Die ARD selbst äußerte sich bislang nicht zu dem Streit, den die beiden Sprecher über Bande ausfechten.

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