ROG fordern Freilassung von DW-Reporter

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert die Freilassung des inhaftierten Deutsche Welle-Journalisten Eric Topona. Der Tschad-Korrespondent, und zeitgleich Generalsekretär des Tschadischen Journalistenverbandes (UJT), wird seit sieben Wochen im Untersuchungsgefängnis Am Sinene, nahe der Hauptstadt N’Djamena, festgehalten. Zusätzlich ist der Journalist mittlerweile an Malaria erkrankt.

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Topona wurde Anfang Mai festgenommen. Der Vorwurf: "Gefährdung der Verfassungsordnung". Nur einen Tag danach haben die tschadischen Behörden den Journalisten Moussaye Avenir de la Tchiré wegen "Anstiftung zum Hass und zu einem Volksaufstand" und bereits am 22. März den Autor und Blogger Jean Etienne Laokolé verhaftet. De la Tchiré ist leitender Redakteur bei der Zeitung Abba Garde und zeitgleich UJT-Schatzmeister.
"Die Welle willkürlicher Verhaftungen von Journalisten ist Anlass zu größter Sorge für die Pressefreiheit im Tschad", kritisierte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. Die fortgesetzte Inhaftierung der drei Medienschaffenden ohne Gerichtsurteile gegen sie sei unverhältnismäßig. "Eric Topona und seine Kollegen müssen endlich freigelassen werden."
Topona und de la Tchiré seien zeitgleich mit mehreren Oppositionspolitikern verhaftet worden, nachdem die Regierung Anfang Mai einen angeblichen Putschversuch öffentlich gemacht hatte, den die Opposition allerdings angezweifelt habe. Ein Haftprüfungsantrag für de la Tchiré hätten die Behörden abgelehnt, obwohl ihm Pressevergehen zur Last gelegt werden, auf die nach tschadischem Recht keine Haftstrafe steht, so ROG weiter. 
Wie die Organisation annimmt, sind Topona und der Blogger Laokolé offenbar wegen ihrer Kontakte zu dem regierungskritischen Blogger Makaila Nguebla ins Visier der Behörden geraten.
Weiter heißt es, dass Topona schon im vergangenen Jahr Drohungen erhalten habe, hinter denen die örtliche Presse ungeachtet offizieller Dementis die Behörden vermutete. Am 24. Juni 2012 sei er bei einem mutmaßlichen Mordversuch von einem Motorrad angefahren. Als Hintergrund der Vorfälle vermutete er seinen Widerstand gegen eine geplante Versetzung in die Provinz durch seinen damaligen Arbeitgeber, den Staatssender ONRTV.
Der Tschad steht auf Platz 121 von 179 Ländern in der ROG-Rangliste der Pressefreiheit.

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