Apple-Aktie unter $400: Die Moral schwindet

Für zwei Monate sah es so aus, als ob Apples gigantisches Aktienrückkaufprogramm dem an der Wall Street angeschlagenen Techgiganten wieder etwas Luft verschaffen könnte. Doch Apples Anteilscheine befinden sich nach der Entwicklerkonferenz WWDC im freien Fall – sogar die 400-Dollarmarke wurde nun wieder nach unten durchbrochen. Analysten streichen weiter ihre Kursziele zusammen und wollen registriert haben, dass die Arbeitsmoral beim einst wertvollsten Konzern der Welt schwindet.

Anzeige

Für zwei Monate sah es so aus, als ob Apples gigantisches Aktienrückkaufprogramm dem an der Wall Street angeschlagenen Techgiganten wieder etwas Luft verschaffen könnte. Doch Apples Anteilscheine befinden sich nach der Entwicklerkonferenz WWDC im freien Fall – sogar die 400-Dollarmarke wurde wieder nach unten durchbrochen. Analysten streichen weiter ihre Kursziele zusammen und wollen registriert haben, dass die Arbeitsmoral beim einst wertvollsten Konzern der Welt schwindet.

Das Comeback fällt aus. Seit nunmehr drei Quartalen befindet sich die Apple-Aktie nun schon im beständigen Sinkflug. Alle Versuchen, einen Boden auszubilden, alle Kaufempfehlungen von Analysten und sogar 60 Milliarden Dollar zur Kurspflege zum Trotz will die Apple-Aktie einfach nicht wieder auf die Beine kommen.

Nach einem Kurssturz von 50 Dollar oder 12 Prozent in Folge der als weitgehend enttäuschend aufgenommenen Entwicklerkonferenz WWDC durchbrachen Apples Anteilsscheine in den vergangenen beiden Handelstagen sogar wieder die Marke von 400 Dollar nach unten. Die Mehrjahrestiefs von Mitte April sind damit sogar wieder in Schlagdistanz.

"Mitarbeiter sehen den schwachen Aktienkurs als Indikator für eine blasse Zukunft bei Apple"

Nichts scheint den Apple-Absturz an der Börse zu stoppen. Dass sich der stetige Niedergang an den Aktienmärkten auch auf die Moral der Belegschaft auswirkt, liegt schon anhand der branchenüblichen Vergütung von Aktienoptionen nahe. Stürzen die Papiere immer tiefer und tiefer, liegen auch die zugrundeliegende Wandlungskurse unter Wasser – die Optionen werden wertlos.

Entsprechend wollen Analysten Demoralisierungserscheinungen in der Apple-Belegschaft erkannt haben. Wie Trip Chowdhry von Global Equities Research festgestellt haben will, ist die Arbeitsmoral im Zuge des drastischen Kurseinbruches an der Börse gesunken, berichtet Wall Street Journal-Ableger "Barron’s"

"Personalvermittler bekommen verstärkt Anfragen von Apple-Mitarbeitern, die sich nach Jobs bei Google, LinkedIn, Facebook und sogar Hewlett–Packard umsehen", erklärt Chowdhry nach ausgiebigen Recherchen. "Die Mitarbeiter sehen den schwachen Aktienkurs als Indikator für eine blasse Zukunft bei Apple", führt der Global Equities Research-Analyst einen regelrechten Abgesang auf den ehemals wertvollsten Konzern der Welt.

Banken senken weiter den Daumen

Analysten streichen unterdessen ihre Gewinnschätzungen und Kursziele immer weiter zusammen. Ittai Kidron von Oppenheimer bescheinigte Apple in einer Studie gestern, "auf der Stelle zu treten" und kürzte das Kursziel von 480 auf 460  Dollar  zusammen. Die Nachfrage nach dem iPhone 5 sei schwächer als erwartet. 
Peter Misek vom Brokerhaus Jefferies hatte sich tags zuvor unisono geäußert, nachdem seine Recherchen ergeben hätten, dass Apple seine Bestellungen für iPhone-Komponenten für den Rest des Jahres signifikant zurück gefahren habe.  Das Kursziel nahm Misek daher auf 405 Dollar zurück, wo Apple gestern fast notierte. Zum Schlusskurs von 402 Dollar haben Apple-Aktionäre im ersten Halbjahr satte 25 Prozent an Wert eingebüßt.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige