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Adblock Plus ein „mafiöses Werbenetzwerk“?

Mobilegeeks-Blogger Sascha Pallenberg hat sich Adblock Plus sehr genau angesehen und kommt zudem Schluss, dass der Dienst Teil eines "mafiösen Werbenetzwerks" sei. Der Werbe-Blocker verhindert, dass die Nutzer Anzeigen ausgespielt bekommen. Einzig Werbung, die von Adblock Plus als "Acceptable Ads" deklariert wurde, ist sichtbar. Was aber, wenn die Anti-Banner-Kämpfer, dieses System manipulieren? In einer ersten Stellungnahme widerspricht das Unternehmen nicht den Recherchen, aber dem Fazit.

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Hinter dem weltweit erfolgreichen Firefox- und Chrome-Plug-In steht die Kölner Eyeo GmbH. Pallenberg recherchierte, dass das Startup bereits 15 Mitarbeiter beschäftige, plus zweier Geschäftsführer. "Und das einzige Produkt ist eine kostenlose Browser-Erweiterung? Wie kann das funktionieren?"

Offenbar gebe es einen oder mehrere Investoren. Deren Identität ist allerdings nicht bekannt. Der Mobilegeeks-Chef nähert sich im laufe seiner Arbeit den möglichen Verflechtungen des PlugIns immer weiter an. Entscheidender Punkt im System hinter dem kostenlosen Add-on sollen die "Acceptable Ads" sein. Bei ihnen entscheidet die Community via Abstimmung, welche Online-Werbung akzeptabel ist. Diese Anzeigen bekommen dann die Adblock-Plus-Nutzer trotz des Add-ons zu sehen. Pallenberg meint nun, nachweisen zu können, dass die Macher und Köpfe hinter dem Werbe-Blocker einen erheblichen – auch finanziellen – Vorteil hätten, wenn Anzeigen, an denen auch sie und ihre Unternehmungen mitverdienen, als akzeptabel eingestuft würden.

Der Mobilgeeks-Bericht dürfte auch und gerade in der Verlagswelt auf größtes Interesse stoßen. Vor wenigen Wochen erst trat eine breite Allianz von Spiegel Online, Zeit Online, Süddeutsche.de und anderen mit einer Bitte an die Leser heran: "Schalten Sie bitte den Ad Blocker auf unseren Seiten ab!". Bei den Nachrichten-Portalen soll die Technik mittlerweile bei rund 25 Prozent aller Seitenabrufe das Einblenden von Bannern und anderen Werbeformen verhindern. Damit bedrohe das Add-on eines der wichtigsten Einnahme-Felder der Web-Dienste: die Vermarktungserlöse.

Pallenberg kommt zu dem Schluss: "Das erfolgreiche Add-on entpuppt sich damit schlagartig als perfide konzipiertes Hintertürchen, das sich zudem als Erpressungswerkzeug für jeden Website-Betreiber einsetzen lässt".

In einer ersten Stellungnahme erklärt Adblock Plus-Gründer und Geschäftsführer Till Faida: "Uns geht es dum den Erhalt des kostenlosen Internets trotz steigender Ablehnung traditioneller Werbeformate. Wir möchten dabei helfen, einen Kompromiss zwischen Usern, Werbetreibenden und Publishern zu finden und damit auch Online-Journalismus eine notwendige Vergütung zu ermöglichen. Das Whitelisting ist kostenlos für kleine und mittelgroße Webseiten". Zudem seien namhafte Unternehmen wie Reddit, 1&1 und Web.de der Initiative beigetreten. "Eine Bevorzugung dieser Firmen gibt es jedoch nicht, jede Website kann sich bewerben und die Kriterien sind für alle gleich."

Heißt: Die grundsätzlichen Recherchen von Mobilegeeks zweifelt Faida nicht an. Nur die Schlussfolgerungen hält der Kölner für falsch: "Im Gegensatz zu Sascha Pallenberg, sehen wir in der Vernetzung keinen Gewissenskonflikt, sondern profitieren von den Erfahrungen und Kontakten unserer Mitarbeiter und Unterstützer".

Sollten das Fazit des Bloggers doch zutreffend sein, befänden sich AdBlock Plus und seine Investoren in einer Situation, in der sie den Verlagen und anderen Webseiten-Betreibern schon bald ihre Bedingungen für das Prädikat "Acceptable Ad" diktieren könnten. Bis zum Vorwurf zur Erpressung wäre es dann nicht mehr weit. Gerade deshalb dürften schon bald auch die Netzwelt-Ressorts der großen Online-Portale in die Recherche einsteigen.

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