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Tennisprofi mit Google Glass in Wimbledon

Wenn’s auf dem Platz nicht mehr so läuft, müssen die Schlagzeilen eben woanders herkommen. Das dachte sich offenbar auch US-Tennisprofi Bethanie Mattek-Sands, die ohnehin schon für ihre schrägen Outfits bekannt ist. Neustes Accessoire: Google Glass! Die aktuelle Nummer 58 der Damenweltrangliste trainierte in den letzten Tagen in Wimbledon mit der Datenbrille, wird heute gegen die Deutsche Angelique Kerber aber doch ohne Glass antreten. Es riecht nach einer gezielten Google-Kampagne.

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Es war recht still geworden um Google Glass in den vergangenen Wochen: Die 7.000 Testgeräte wurden ausgeliefert, doch bis auf freakige Selbstdarsteller wie US-Blogger Robert Scoble war wenig von neuen Besitzern der Datenbrille zu sehen. Das ändert sich nun ausgerechnet mit dem Start des wichtigsten Tennisturniers des Jahres – Wimbledon.

Allerdings nicht die absoluten Spitzenspielerinnen laufen mit Google Brille auf dem Gelände des All England Tennis Clubs herum, sondern die aktuelle Nummer 58 der Tennis – die 28-jährige Bethanie Mattek-Sands, die zu den auserwählten Testpersonen zählt, die sich die Datenbrille gesichert haben.

Mattek-Sands: "Bin wahnsinnig begeistert, mit Google zusammenzuarbeiten"

Seitdem vergeht kein Tag, an dem die Nummer acht des US-Damentennis, die in der Vergangenheit eher durch ausgefallene Outfits, blau und grün gefärbte Haare und Tattoos als durch starke Ergebnisse aufgefallen war, ohne Googles neues Gadget trainiert.

"Ich bin wahnsinnig begeistert, mit Google zusammenzuarbeiten und etwas auszuprobieren, was ganz neu auf dem Markt ist. Alle Spielerinnen in Wimbledon fragen mich danach", diktiert Mattek-Sands der amerikanischen Tageszeitung USA Today.  

"Glass hilft mir dabei, organisiert zu sein, so dass ich mich auf mein Tennis konzentrieren kann", erklärt Mattek-Sands im besten PR-Sprech auf Googles eigenem Glass Explorer-Kanal bei YouTube. So kann man auch eine Win-Win-Situation für beiden Seiten erzeugen.
###YOUTUBEVIDEO###
Glass-Fan Mattek-Sands: "Man bekommt Blickwinkel wie noch nie zu sehen"
 
Eingeblendet im Clip aus der Sicht von Google Glass: Bethanie Mattek-Sands‘ Leben in den Tagen vor dem wichtigsten Tennisturnier der Welt. Glass erstellt eine
Packliste, erinnert beim Blick in den Kühlschrank an das Singapore Sunrise-Rezept und gleicht die Landezeit des United Airlines Fluges ab und hat ihre nächsten Termine im Blick.  Nach dem Arztbesuch steht, ganz wichtig, ein Friseurtermin an, der in typischer Manier ausfällt: ultraschrill. "Ich enthülle die neuen Farben für Wimbledon", spricht Mattek-Sands in Glass – und twittert das Ergebnis.

Wirklich interessant wird es aber, als Glass die Impressionen direkt vom Court aus Sicht von Mattek-Sands abbildet – der Zuschauer hat das Gefühl, als stünde er selbst auf dem Tennisplatz. "Man bekommt Blickwinkel wie noch nie zusehen", findet Mattek-Sands, die auch für Fans enormes Potenzial sieht. Zuschauer könnten mit Glass direkt auf Statistiken zugreifen oder Highlights auf Social Media-Plattformen teilen.  

Wann folgt der Wettkampfeinsatz von Google Glass?

Die nächste Herausforderung wäre folgerichtig der Einsatz auf dem Tennisplatz selbst. Laut Computerworld hatte Mattek-Sands genau das vor und stellte dafür einen Antrag beim Ausrichter, dem All England Lawn Tennis & Croquet, mit Googles Datenbrille aufschlagen zu dürfen.

Über den Ausgang des Antrag ist nichts bekannt – fest steht aber, dass Mattek-Sands ihr heutiges Auftaktmatch gegen die beste deutsche Tennisspielerin Angelique Kerber, immerhin Nummer sieben der Weltrangliste, mit voller Konzentration angehen wird – jedoch ohne Google Glass.

"Man hat dann doch etwas im Gesicht und sieht dauernd den Bildschirm auf der rechten Seiten", erklärt Mattek-Sands der USA Today dann gar nicht mehr besonders werbewirksam die Gründe für ihren Verzicht. "Training und Wettkampf sind etwas anders." Bleibt am Ende die Frage: Wäre der Einsatz von Glass eigentlich eine Wettbewerbungsverzerrung oder würde sich der Träger dabei selbst mehr ablenken?

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