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„Es ist Liebe auf den ersten Pep“

Nun ist er gelandet, der “Außerirdische”, wie die Presse ihn schon nannte: Josep “Pep” Guardiola hat am Montag seinen Dienst als neuer Trainer beim FC Bayern München angetreten. Das Medieninteresse ist enorm, die Presse überschlägt sich mit Superlativen und scheint geradezu verzaubert. Begeistert von der Demut des Meistertrainers, beeindruckt von den Deutschkenntnissen des Katalanen und verständnisvoll für seine Bitte, ihm Zeit zu geben. Nur die Bayern selbst ernten mitunter Kritik für ihre Pep-Show.

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Florian Kinast in der Welt: “Es steht zu erwarten, dass diese Begrüßung in all den Jahresrückblicksendungen so häufig zu sehen sein wird wie das "Buona Sera" von Papst Franziskus Mitte März auf dem Balkon des Vatikan. Peps Pontifikat konnte beginnen.”
Sebastian Winter für Spiegel Online: “Guardiola wirkt in dieser Situation fast zurückhaltend, als würde die Szenerie ihn auch ein wenig erdrücken. Und er versucht, die aufgeladenen Erwartungen zumindest etwas zu bremsen.”
Christian Spiller für Zeit Online: “Man kann sich vorstellen, was Guardiola selbst von dem Rummel hält: Nicht viel. Dort oben auf dem Podium saß ein leiser, zurückhaltender, fast verletzlich wirkender Mann. Dass er umrahmt wurde von den eher hemdsärmeligen Bayern-Größen Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Matthias Sammer verstärkte diesen Eindruck nur.”
Andreas Burkert für Süddeutsche.de: “Es ist jedoch dieser große Anspruch, trotz nur rund fünf Monaten Deutschunterricht im Big Apple seine Vorstellung in der Sprache seiner neuen Gastgeber durchzuführen, mit dem Guardiola die Zuhörer beeindruckt. Er könnte für seinen berüchtigten Ehrgeiz stehen, aber eher steht dieser Anspruch wohl für dies: Demut.”
Peter Hess für faz.net: “Die Bayern-Führung tut nichts, um dieser Überhöhung entgegenzutreten. Sie versteigt sich zwar nicht zu blasphemischen Vergleichen, aber die Ehrbezeugungen gegenüber „dem besten Trainer der Welt“, die Vorstandsvorsitzender Rummenigge, Präsident Hoeneß und Sportvorstand Sammer am Montag bei dessen Präsentation anstimmten, rundeten in Pastell das ansonsten grelle Heiligenbild des Pep Guardiola ab. Da war nichts mehr vom bayrischen „Mia san mia“ zu spüren, sondern nur vom Stolz und der Freude, dass dieser große Trainer ihrem Ruf in die Diaspora München folgte, nachdem er das Fußball-Paradies Barcelona aufgegeben hat.”
Andreas Rüttenauer für taz: “ Pep Guardiola segnet den Rasen im Stadion.”
Pierre Winkler für Focus Online: “Das Auditorium schmilzt dahin. Und natürlich kokettiert der Spanier damit, dass sein Deutsch ja so schlecht sei, ‚bitte verzeihen Sie‘, sagt er. Die Journalisten springen an, loben ihn artig und beständig, ach nicht doch, Herr Trainer, Ihr Deutsch ist ganz vorzüglich. Hat Pep die Herzen seiner Zuhörer schon jetzt gewonnen? Aber ja, es ist: Liebe auf den ersten Pep!“.
Kai Psotta, Jörg Althoff, Moritz Leihkamm, Matthias Marburg und Sven Kuschel für Bild.de: “Fast während der gesamten Pressekonferenz spricht Pep schon die Sprache des neuen Arbeitgebers. Für seinen ersten Titel braucht Guardiola deswegen nicht einmal einen kompletten Tag als Bayern-Trainer. Pep ist schon Deutsch-Meister!”
Franz-Josef Wagner für bild.de: “Da, der traurige, steuersündige alte König Hoeneß, der glatte Rummenigge und der Messerwerfer Sammer. Und wie ein Lichtstrahl unter ihnen – Pep Guardiola. Er ist ganz anders als die alten Könige.”
Jürgen Ahäuser für Frankfurter Rundschau: “In München ist ganz schlicht ein neuer Fußball-Trainer vorgestellt worden. Dass ausgerechnet bei dem deutschen Klub, der wie kein anderer zur Hybris neigt, ausnahmsweise Worte wie schlicht und bescheiden angebracht sind, ist dem Hauptdarsteller selbst zu verdanken. Weit entfernt von Übermut und Selbstüberschätzung ist der vermeintlich beste Vereinstrainer auf dem Globus aufgetreten. Das war ein kluger Einstand von Pep Guardiola."
Klaus Bellstedt für stern.de: “In Spanien ist es so: Die Sportjournalisten, egal ob aus Barcelona, Madrid oder Sevilla, verehren Guardiola. Weil ihn eine Aura umgibt, sagen sie. Eine Aura, die einen anziehen soll. Wohl jeder, der bei seiner Vorstellung in München dabei war, wird das nun bestätigen können.”
11Freunde im Liveticker: “Noch mal die Macher im Gruppenbild: Sammer, Kalle, Pep und Uli. Sehen aus wie die »Eagles« auf ihrer achtzehnten Reunion-Tour. Cool wind in no hair.”

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