RTLs Niveau-Bauchklatscher

Es ist eine Show, wie sie im RTL-Bilderbuch steht: Aufwändige Inszenierung, C-Promis und ein Moderator, der nicht müde wird unlustige Sprüche zu klopfen. Am Freitag feierte die neue Sommershow "Pool Champions" ihren Auftakt. Zehn Promis zeigten ihr mehr oder weniger vorhandenes Talent im Synchronschwimmen und Turmspringen. Am Ende entschieden Jury, Publikum und "swim-off", wer nächsten Freitag nicht mehr mitschwimmt. Erstes Fazit: Reine Verschwendung von Strom, Zeit und Poolwasser.

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Wenn RTL eine Freitagabendshow macht, weiß man in etwa, was einen erwartet:  Lahme Einspieler, C-Promis und unzählige Anrufaufforderungen. "Pool-Champions" passte das hervorragend ins Schema. Marco Schreyls nervigen Wasser-Wortspiele ("Nicht-Mehr-Jungfrau" zu "Bachelor"-Kandidatin Melanie Müller oder "Da bleibt kein Auge trocken") sind die Bauchklatscher unter den Totalabstürzen. Auch RTL-Dauerbrennerin und Co-Moderatorin Nazan Eckes kann hier nichts mehr retten.
Immerhin: Die Jury ist mit Franziska van Almsick, Christian Keller und Schwimmsport-Trainer Gerd Völker recht professionell besetzt. Lediglich Verona Pooth ist komplett fehl am Platz. Was die Bohlen-Ex mit schwimmen zu tun hat? Nichts. Sie sei nur Deko, wie sie selbst zugeben muss.
An Show-Appeal mangelt es "Pool Champions" zumindest nicht. Profi-Schwimmer und Tänzer schweben immer mal wieder durchs Bild und sorgen dafür, dass die Promis beim Turmspringen und Synchronschwimmen noch ungeschickter aussehen. Diese lesen sich übrigens wie das Who-is-Who der RTL Reality-Formate. Vom "Bachelor" über "Auswanderer" Konny Reimann und "Let´s Dance"-Tänzer Massimo Sinato bis hin zu Ex-"DSDS"-Moderator Carsten Spengemann ist hier alles dabei.

Ihre Performances sind allesamt wirklich nicht überzeugend und auch die Motivation der Kandidaten wirkt äußerst gekünstelt. Schlechte Sprünge sind für die Jury aber auch gar kein Grund für Kritik: Man habe sich immerhin getraut, das sei sehr wichtig, heißt es. Dafür gibt es mindestens acht Punkte. Stimmt. In einer Turmspring-Show vom Turm zu springen – Das ist in der Tat mutig. Doch noch schlimmer als ein Thomas Drechsel (Kurvenreicher "GZSZ"-Schauspieler, nur falls Ihnen der Name nichts sagt) in einem gestreiften Badeanzug (!)  ist RTLs Griff ins Musik-Klo: So schwamm Carsten Spengemann eine Hommage an seine Schlagzeilen wegen eines unterschlagenen Rings zu  "Ring of Fire" und Antonia aus Tirol selbstverständlich zu "Anton aus Tirol." Eine Songauswahl, wie sie nur RTL treffen kann.   
Für die wenig amüsanten Sekunden in der Show sorgt Konny Reimann. Der gibt wenig auf Regeln und Training und baut lieber weiter an seinem Haus in Texas. Inklusive Hut hüpft er mit Anlauf kopfüber in den Pool. Die Gleichgültigkeit, die er dabei ausstrahlt, macht ihn sympathisch. "Man sieht, dass du keinen Trainer hattest. Trotzdem ganz, ganz toll.", sagt Franzi van Almsick. "10 Punkte für dein Show-Talent", sagt Verona Pooth. Das sagt einiges über das Niveau.
Die Show zieht sich unfassbar in die Länge und spätestens nach dem vierten unspektakulären Sprung in Folge ertappt man sich beim Griff zur Fernbedienung. Dass die vier letztplatzierten nach der eigentlichen Entscheidung noch einmal im sogenannten "swimm-off" gegeneinander antreten müssen, ist so unnötig wie die Show selbst.

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