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Pseudo-Hackerangriff auf Brasilien-WM

Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Hacker-Angriff auf die Fifa-Website zur Fußball-WM 2014 in Brasilien. Wenige Sekunden nach Aufrufen der Seite www.fifa-brazil-2014.com erscheinen ein tanzender Fifa-Präsident Sepp Blatter im Samba-Kostüm und die Botschaft “Wir wollen eine faire WM”. Urheber des “Sambahack” ist das Schweizerische Arbeiterhilfswerk Solidar Suisse. Der tanzende Samba-Sepp ist aber nicht Produkt einer Hacker-Attacke, sondern Teil einer Werbekampagne.

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Solidar Suisse (so nennt sich das Schweizerische Arbeiterhilfswerk seit Kurzem) hat den tanzenden Sepp Blatter samt Aufruf zu einer “fairen WM” von einer Agentur programmieren und offenbar auf der Website www.fifa-brazil-2014.com‘>laut Neuer Zürcher Zeitung dem Weltfußballverband Fifa am Montag in Zürich eine Petition mit über 28.000 Unterschriften überreichen, die sich für eine faire WM in Brasilien einsetzen.
Hintergrund: Im Vorfeld der Fußball-WM kam es in Brasilien zu Massenprotesten wegen sozialer Ungerechtigkeiten, die mit der Organisation des Großereignisses zusammenhängen. So ist von Zwangsräumungen von Wohnungen die Rede und von Straßenhändlern, denen ihre Lizenzen entzogen wurden und die nun um ihre Existenz fürchten müssen. In Brasilien protestieren seit Tagen zehntausende gegen herrschende soziale Ungerechtigkeiten. Die Proteste entzündeten sich am krassen Gegensatz zwischen den teuren Neubauten für die Fußball-WM und herrschenden sozialen Missständen für den Großteil der Bevölkerung.
Die #sambahack-Aktion des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks hat seit Sonntagabend  knapp 180.000 Unterstützer im Web bekommen und viele tausend Tweets, die die Aktion geteilt haben. Auch die brasilianische Filiale der Hackergruppe Anonymous teilte den Hinweis auf den #sambahack: “Hack on the #FIFA-website! Sepp Blatter dances like crazy for a fair World Cup. http://t.co/PsVa3Hf65G #changebrazil #sambahack” Dass der vermeintliche Hack in Wahrheit ganz altmodische Werbung war, haben die Hacker im ersten Überschwang offenbar auch nicht gemerkt …

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