Xbox: Microsofts Kehrtwende nach Shitstorm

Publishing Wie sehr lassen sich Unternehmen von dem beeinflussen, was in den sozialen Medien über sie geschrieben wird? Diese Frage dürften sich Nutzer in Zeiten, in denen Shitstorms beinahe wöchentlich auftreten, immer häufiger stellen. Verpufft der digitale Protest nach wenigen Tagen ohne wirkliche Konsequenzen? Zumindest für Microsoft waren die vergangenen Tage ein Lehrstück für die Macht der Nutzer. Nach einem heftigen Shitstorm legt der Konzern mit seinen X-Box-Plänen eine Kehrtwende hin.

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Für Gamer schien das Rennen um die nächste Konsolen-Generation eigentlich schon gelaufen? Nachdem sowohl Sony mit seiner Playstation 4 als auch Microsoft mit seiner Xbox One in den vergangenen Wochen und Monaten immer mehr Details zu ihrer neuen Konsolen bekanntgaben, zeichnete sich für die Spiele-Community ein klares Bild ab: Während die Playstation 4 mit ordentlich Grafikpower und einem vernünftigen Line-up exklusiver Spiele begeistern konnte, schien Microsoft auf die Multimedia-Features seiner Konsole zu setzen und verscherzte es sich bei zwei wichtigen Punkten mit der Gamerszene: So sollte die Xbox One nicht nur wegen der Sprachsteuerung “always on” sein, sondern zusätzlich permanent mit dem Internet verbunden sein.

     So sah die Xbox-Facebookseite am Mittwoch aus

Für Stadtbewohner kein Problem, für Spieler in Regionen mit schlechter Netzabdeckung ein riesiges Manko. Darüber hinaus untersagte Microsoft den Käufern von Spielen den Weiterverkauf. Während es Sony egal war, was nach dem Erwerb eines Spiels mit der Software passiert, garantierte Microsofts Geschäftsbedingungen Gamern lediglich ein Nutzungsrecht. Der durchaus florierende Handel mit Gebrauchtspielen wäre damit zum Erliegen gekommen.
So kam es, wie es kommen musste: Der wochenlang angestaute Frust entlud sich am Mittwoch auf der offiziellen Facebook-Seite der Xbox. Die gesamte Pinnwand war übersät mit Mittelfingern und allerlei Flüchen im ASCII-Look. Kein Beitrag der vergangenen Wochen blieb verschont. Microsoft reagierte und erklärte auf der Facebook-Seite an, wie wichtig dem Unternehmen die Gamer doch seien.

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Im selben Atemzug verabschiedet man sich von der Always-on-Policy und gestattet den Spielern außerdem, ihre Games künftig weiterzuverkaufen, insofern sie als Discs erworben wurden. Man hätte zugehört und gelesen, was die Menschen über die Xbox One geschrieben hätten. Auch heruntergeladene Spiele würden künftig keinerlei Internetanbindung nach dem Download benötigen. Allerdings sei es hierbei auch nicht möglich, die Spiele an Dritte weiterzuverkaufen.

Francis, die amerikanische Gamer-Version eines Gernot Hassknecht, feiert die 180-Grad-Wende von Microsoft als Sieg der Nutzer, hält aber fest: "Das war nur der erste Schritt auf einem langen Weg der Wiedergutmachung. Aber es war ein guter Schritt."

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