HuffPost Live: „Demokratisierung der Medien“

Roy Sekoff, Mitgründer der Huffington Post und Chef der Videoseite HuffPost Live, sucht nach einer neuen Kategorie für das Medienformat. Denn: "Es ist kein Fernsehen." Das oft als Social TV bezeichnete Bewegtbildformat startete vor knapp einem Jahr. Seither seien rund 9.000 Menschen aus 85 Ländern "on air" gewesen, sagte Sekoff auf dem GEN News Summit in Paris. Nicht nur das Format sei neu, auch die Vorstellung davon, wer oder was ein "Experte" sei.

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Ein Experte sei jemand, der ein großes Interesse an einem Thema habe. Für den vielleicht sogar etwas auf dem Spiel stehe bei einem Thema. Der Kasten mit den Visitenkarten der Experten, die immer über ein Thema sprächen, bleibe bei HuffPost Live zu, sagte Sekoff. "Wir arbeiten nicht mit dem Rolodex, sondern mit Social Media." Die Huffington Post sei ein Beispiel für die "Demokratisierung der Medien". Mit der Einbindung von Nutzern als Experten wolle man auch ein Zeichen gegen die Zustimmungskultur in den Medien setzen.
Der Videoscreen auf der HuffPost Live-Seite war zum Start sehr groß, die Kommentare waren dagegen sehr klein auf der Seite zu sehen. Nun habe sich das Verhältnis in der Darstellung gedreht: Der Screen ist recht klein, die Kommentare nehmen fast die Hälfte des Screens ein. 70 Prozent aller HuffPost-Kommentare bezögen sich auf vorhergehende Kommentare. Insofern sei es nur logisch, denen mehr Raum zu geben. Auf den HuffPost-Seiten erscheine im Durchschnitt alle drei Sekunden ein neuer Kommentar, sagte Sekoff.
Der Trend zum Bewegtbild sei unumkehrbar, sagte Sekoff. Noch nie sei es so einfach gewesen, Daten zu bekommen. Aber aus diesen Daten würden keine Stories, keine Erzählungen. Mit Hilfe von Videos könnten Daten aber emotionalisiert und personalisiert werden. "Wir müssen die Herzen der Menschen erreichen." Allein mit Daten gehe das nicht.
Sekoff bekräftige: "Wir wollen eine Marke mit massiver Präsenz werden." Noch im Herbst soll in Kooperation mit Tomorrow Focus ein deutscher Ableger der Huffington Post starten. Ein eigenes Bewegtbildformat ist aber vermutlich zunächst nicht geplant. Währenddessen mäkelten deutsche Verleger auf einer Tagung am Modell der US-Seite, die zu AOL gehört, herum.  

MEEDIA ist Medienpartner des GEN News Summit.

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