Die Paid-Bilanz der Welt

Es gehört zu den Grundsätzen einer guten Tageszeitung, es immer ganz genau wissen zu wollen. Bei sich selbst scheut sich die Welt allerdings noch, so richtig konkret zu werden. So zog der Welt-Online-Generalmanager Romanus Otte bei der BDVZ-Tagung "Zeitung Digital 2013" eine erste Zwischenbilanz zur neuen Bezahlschranke der Zeitung. Bei der entscheidenden Frage, nach der Anzahl der tatsächlich zahlenden Kunden, blieb der Berliner allerdings nur vage und sprach laut FAZ von einer "ermutigenden" Zahl.

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Weiter sagte der Redaktionsmanager: "Ich freue mich schon darauf, im nächsten halben Jahr die Zahl der Abonnenten sagen zu dürfen." Tatsächlich ist es für eine Aktiengesellschaft gar nicht so einfach, solche Zahlen einfach so rauszugeben.
Zum Vergleich: Die New York Times, die nach einem ähnlichen Modell arbeitet, kommt zur Zeit auf rund 676.000 digitale Abonnenten. Beim Welt-Modell sind die ersten 20 Artikel für jeden Nutzer frei zugänglich. Beim 21. Aufruf erscheint dann eine "Einladung" zum Abo-Kauf.
Die Auswirkungen auf die Reichweite hält sich bei der Welt noch in Grenzen. Die aktuellen AGOF-Zahlen, die am Donnerstag veröffentlicht wurden, verzeichnen für die Online-Ausgabe der Tageszeitung ein Minus von 2,2 Prozent. Insgesamt kommt Welt Online aber immer noch auf 8,49 Millionen Unique Visitors und ist damit die Nummer vier im deutschen Nachrichten-Web.
Diese hohe Reichweite werden die Berliner auch weiterhin brauchen. Denn nach Einschätzung von Otte bleiben die Werbeerlöse weiterhin ein ganz wichtiger Faktor und in diesem Bereich ist die Anzahl der Leser noch immer die entscheidende Kennzahl.
Für die Welt wird die Kunst deshalb wohl auch weiterhin darin bestehen, die Zahl der digitalen Käufer zu erhöhen und die Reichweite trotzdem konstant hoch zu halten.

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