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Obama in Bild: User Generated Headline

Zurück in Berlin, stellt Bild-Chefredakteur Kai Diekmann gleich unter Beweis, was er im Silicon Valley gelernt hat – nämlich wie Social Media funktioniert. Gestern rief Diekmann Nutzer via Twitter dazu auf, ihre Schlagzeilen-Vorschläge zum Besuch von US-Präsident Barack Obama in Berlin zu liefern. „Was sagt Obama uns Deutschen heute?“ fragte Bild. Vier Sprüche wurden dem US-Präsidenten auf der Titelseite der heutigen Ausgabe in den Mund gelegt.

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Kai Diekmann bekommt in diesen Tagen eine Menge Dinge geregelt. „Done!“, twittert der Bild-Chefredakteur im Silicon Valley-Sprech an seine 12.000 Follower. „Ganz herzlichen Dank an alle, die uns geholfen haben!“ Dabei kam der Aufruf keine drei Stunden zuvor: „Hilfe! Need your help! Wir suchen dringend freche Sprüche für unsere Schlagzeile morgen!!!“, twitterte Diekmann um 17.15 Uhr.

Der Anlass konnte staatstragender kaum sein: Der Deutschland-Besuch von US-Präsident Barack Obama. „Was sagt Obama uns Deutschen heute?“ fragt Europas größte Tageszeitung heute auf der Titelseite. Die Antworten sollten Twitter-Nutzer liefern.

Einziger Titelseiten-Tweet: "Ich weiß, was du gestern auf Facebook getan hast"

Und ein Dutzend Antworten trudelte tatsächlich in den nächsten Stunden ein. Etwa: "Ich weiß, was du gestern auf Facebook getan hast" in Anspielung auf das US-Überwachsprogramm Prism, getwittert vom DerWesten.de-Sportjournalisten Francois Duchateau.

Die nächsten drei eher mittelmäßig einfallsreichen potenziellen Ausrufe des US-Präsidenten waren indes nicht auf Twitter zu finden: Der Fußball-Schlachtruf „Schlaaand“ wurde Obama ebenso in den Mund gelegt wie das wenig kreative „Ich esse gerne Berliner“ in Anlehnung an John F. Kennedys „Ich bin ein Berliner.“

Gutjahrs Einwurf: "Mrs. Merkel, tear down your Firewall"

Noch eine andere Reminiszenz an einen US-Präsidenten in Berlin ist auf dem Bild-Titel zu lesen: „Mr. Wowereit open this airport“, legte das Springer-Blatt Barack Obama in Anlehnung an Ronalds Reagans Aufforderung an Michael Gorbatschow zur Beendigung des Kalten Krieges in den Mund ("Tear down this wall!") – diesmal ging es jedoch nur um die schier endlose verschobene Eröffnung des Flughafens BER.

Von den zwölf Twitter-Replies schaffte es am Ende nur ein Tweet auf die Bild-Titelseite, obwohl etwa Richard Gutjahrs Vorschlag „Mrs. Merkel, tear down your Firewall“ kaum weniger pointiert erschien. Die Vorschläge, die es nicht auf den Titel schafften, wurden dann immerhin auf Seite 2 der gedruckten Bild veröffentlicht.

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