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Immer weniger Leser vertrauen ihrer Zeitung

Neben finanziellen Problemen kämpfen Zeitungen auch mit einem zunehmenden Vertrauensverlust der Leserschaft. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup in den USA. Im Vorjahr hätten noch 25 Prozent der Befragten angegeben, ihrer Zeitung zu vertrauen. In diesem Jahr ist der Wert auf 23 Prozent gesunken. 2011 waren es sogar noch 28 Prozent. Noch deutlicher wird der Negativ-Trend, wenn man die Entwicklung des Vertrauens in Zeitungen langfristig betrachtet.

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1979 gaben stolze 51 Prozent der befragten US-Amerikaner an, ihrer Zeitung zu vertrauen. 27 Jahre später, im Jahr 2006, lag die Zahl nur noch bei 30 Prozent. Mit den aktuellen 23 Prozent ist nun der bisherige Tiefwert erreicht.
Interessant ist, wie unterschiedliche Gruppen über Zeitungen denken. Unter den konservativen Amerikanern halten nur 15 Prozent Printprodukte für vertrauenswürdig. Zum Vergleich: Bei den politisch "Gemäßigten" sind es immerhin 25 Prozent und bei den Liberalen sogar noch 31 Prozent. Doch auch hier zeigt der Trend-Pfeil steil nach unten.
Bei der jüngeren Zielgruppe zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Auch wenn 30 Prozent der 18- 29-Jährigen Zeitungen ihr aussprechen, ist die Zahl bei den 30-49 jährigen mit 22 Prozent ernüchternd und eine Prognose, wie sich das Verhältnis zu Zeitungen mit dem Alter entwickelt. Erstaunlich, dass in der Umfrage gerade die jüngere Bevölkerungsschicht eher bereit ist, Zeitungen Vertrauen entgegenzubringen. Interessant ist auch: Amerikaner mit College Abschluss (16 %) vertrauen Zeitungen weniger als Bürger ohne Abschluss (25 %)
Einen positiven Aspekt gibt es für Zeitungen aber doch aus der Umfrage: Zeitungen wird der Umfrage nach mehr Vertrauen entgegengebracht als großen Unternehmen (22 %), Gewerkschaften (20 %), Krankenkassen (19 %) und Abgeordneten (10 %). Neben den Printjournalismus haben offensichtlich auch TV-Nachrichten mit ihrem Image zu kämpfen – der Prozentsatz derjenigen, die Fernsehnachrichten trauen, hat sich seit 1993 auf aktuelle 23 Prozent halbiert.   

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