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Das Lesertreue-Ranking der News-Websites

Die Zahl der Nutzer einer Nachrichtenwebsite wird durch viele Faktoren beeinflusst. Der Aufwand für Suchmaschinenoptimierung lässt viele Nutzer auf die Seite kommen. Werden die eigenen Artikel auf Facebook, Twitter oder in Blogs und Foren empfohlen, steigt die Zahl der Visits ebenfalls. Doch welche Angebote haben die treuesten Leser? Welche Nachrichtenmarken haben online die größte Kraft? Welche Seiten besuchen die Leute also ohne konkreten Anlass, ohne Ahnung, welche Inhalte sie erwarten?

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Letztlich sind es die Leser, über die sich die Online-Redaktionen am meisten freuen sollten: Leser, die ihre URL in die Browserzeile eingeben oder ein Bookmark anklicken, weil sie sehen wollen, was die entsprechende Nachrichtenwebsite derzeit berichtet. Diese Stammleser lassen sich nicht durch populistische Tweets oder aufwändige SEO-Maßnahmen beeinflussen, sie besuchen die Seite aus freien Stücken, ohne zu wissen, was sie erwartet – und wohl, weil sie die Inhalte der Seite schätzen.

Um herauszufinden, welche deutschen Nachrichten-Websites die meisten dieser treuen Leser erreichen, haben wir die Daten von SimilarWeb ausgewertet, einem Tool, das vor einigen Monaten an den Start gegangen ist und seitdem umfangreiche Traffic-Statistiken zu allen wichtigen Websites der Welt liefert. Grundlage der Hochrechnungen sind hunderte Quellen und Millionen Nutzer. Umfangreiche Tests von MEEDIA haben insbesondere bei den Nachrichten-Websites große Ähnlichkeiten in den Rankings von SimilarWeb, IVW und AGOF ergeben.

Der Vorteil von SimilarWeb gegenüber IVW und AGOF ist die Detailtiefe der Daten. So lässt sich der Gesamt-Traffic z.B. nach der Art des Besuchs aufschlüsseln: Kam ein Besucher über eine Suchmaschine? Über eine Empfehlung in den sozialen Netzwerken oder auf anderen Websites? Oder direkt? Die Daten haben wir vor einer Woche auch schon für unsere Analyse der "SEO-Könige der Online-News-Branche" verwendet.

Als Grundlage unserer Lesertreue-Betrachtung dient wiederum die Top 50 der deutschen Nachrichten-Websites laut SimilarWeb-Daten, die wir hier noch einmal zeigen:

Für diese 50 Angebote haben wir nun untersucht, wie hoch der Anteil des direkten Traffics ist – also der Teil der Nutzer, der eben nicht über Suchmaschinen oder eine Empfehlung gekommen sind. Die Theorie: Die SEO-Könige aus unserer vorigen Analyse dürften hier schlechter wegkommen als im Gesamt-Ranking, Angebote, die keine Kraft in Suchmaschinenoptimierung legen, hingegen besser.

Und tatsächlich profitieren u.a. vor allem die beiden öffentlich-rechtlichen News-Websites tagesschau.de und heute.de. So belegt tagesschau.de im Ranking nach direktem Traffic plötzlich Platz 3 vor focus.de, sueddeutsche.de und welt.de, die in der Gesamtliste noch vor der ARD-Website lagen. heute.de, das schon von Natur aus recht suchmaschinenunfreundlich ist, macht sogar einen Sprung von Rang 29 auf 17. Das Duo hat mit jeweils mehr als 70% auch die höchsten Anteile von direktem Traffic an der Gesamt-Besucherschaft. Die Kraft und Bekanntheit der Marken tagesschau und heute beschert also auch den Internet-Ablegern eine treue Nutzerschaft.

Ebenfalls klar besser als im Gesamt-Ranking schneiden n-tv.de und die Boulevard-Angebote vom Express und der Hamburger Morgenpost ab. Bei n-tv könnte die starke Börsenberichterstatttung eine Rolle spielen, bei Express und Mopo die Tatsache, dass Boulevard-Websites gern mal angesteuert werden, wenn man sich unterhalten lassen will. So ist es auch kein Wunder, das Bild.de vor Spiegel Online auch im Ranking nach direkten Traffic die klare Nummer 1 ist.

Schlechter platziert als im Gesamt-Ranking sind u.a. die SEO-Profis von Focus Online, der Welt, stern.de, RP Online und der Augsburger Allgemeinen. Erst auf Rang 26 und 39 folgen das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost, die große Teile ihres Traffics über Google generieren – und beim direkten Traffic dementsprechend unterdurchschnittlich stark sind. Beide Springer-Websites erreichen nicht einmal ein Drittel ihres Traffics über direkte Zugriffe. Noch schwächer sind bei diesen Anteilen nur news.de und die Aggregatoren shortnews.de und Google News.

Profitieren können von der Sortierung nach direktem Traffric hingegen noch die HNA, die Ruhr Nachrichten und die Neue Westfälische, allerdings werden die Abstände auf den Plätzen jenseits der 30 so knapp, dass die ganz große Aussagekraft etwas leidet.

Die Reihenfolge nach treuen Lesern, die die Websites direkt besuchen, zeigt, wie kraftvoll manche Marken sind – sie zeigt aber auch, wie sehr sich die Zahlen – insbesondere durch SEO – positiv beeinflussen lassen. Beim Blick auf den Erfolg einer Nachrichten-Website sollte daher immer beachtet werden, wie er jeweils zustande gekommen ist. Die Zahlen des direkten Traffics und des SEO-Traffics dürften hierfür einen guten Anreiz für Diskussionen liefern.

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