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Deutsche Journalisten sind Twitter-Muffel

Während weltweit immer mehr Journalisten Social Media nutzen, bleiben die Deutschen bei ihrer passiven und abwartenden Haltung. Hierzulande werden die meisten Redaktionsstuben noch immer weitestgehend von Twitter-Muffeln beherrscht. Zu diesem Ergebnis kommt die Oriella Digital Journalism-Studie, die 553 Journalisten in 15 Ländern zu ihrer Nutzung von Facebook, Twitter & Co. befragte. Mittlerweile twittern 59 % aller Berichterstatter. Nur hierzulande hat lediglich ein Drittel überhaupt ein Twitter-Account.

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Für das Jahr 2012 kam die Untersuchung noch zu dem Ergebnis, dass weltweit rund 47 Prozent aller Redakteure und Reporter den Microblogging-Dienst nutzen würden. Die aktuellen Zahlen lassen Deutschland fast schon wie ein digitales Entwicklungsland aussehen. Während in Frankreich mittlerweile knapp 80 Prozent aller Journalisten twittern und fast 50 Prozent ein eigenes Blog pflegen bzw. ein eigenes Google+-Profil unterhalten, sind die Kollegen östlich des Rheins noch lange nicht so weit. Hierzulande bloggen nur rund 25 Prozent. Der Anteil an Google+-Nutzern liegt sogar nur bei rund 15 Prozent.

Neben Frankreich sind vor allem die englischsprachigen Länder besonders aktiv im Social Web. 39 Prozent aller Befragten bezeichnen wich mittlerweile als "digital first", während 61 Prozent sich noch immer als "Print-Journalisten" definieren. Was sie – zumindest in anderen Ländern – nicht davon abhält auf die wichtigsten Social-Media-Tools zuzugreifen.

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Die Resultate von Oriella decken und ergänzen die Ergebnisse des Trendmonitors von News Aktuell. Die Hamburger hatten im Frühjahr analysiert, dass viele Deutsche Medienmitarbeiter ernüchtert von Twitter, Facebook & Co. seien. Ihre Studie kam zu dem Ergebnis, dass rund die Hälfte aller deutschen Journalisten Twitter nicht als Quelle nutzt und außerdem Tweets von Personen als nicht zitierfähig empfindet. Immerhin schätzt jeder Zweite die "Direktheit und Authentizität" von Twitter (50 Prozent) sowie die Möglichkeit, in 140 Zeichen "schnell Themen und Trends zu erkennen" (49 Prozent). Allerdings würde es nur knapp jeder dritte Redakteur begrüßen, wenn weitere Promis und Unternehmen anfangen zu twittern (28 Prozent). Dennoch bleiben Webseiten und die generelle Google-Suche die ersten Anlaufstellen für recherchierende Journalisten.

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