“Kebekus”: Piusbrüder rufen zur Anzeige auf

Auf YouTube ist "Dunk den Herrn" ein voller Erfolg. Der Clip, dessen Streichung aus der Comedy-Sendung "Kebekus" dem WDR vergangene Woche eine unschöne Zensurdebatte einbrachte, hat nun die Piusbruderschaft auf den Plan gerufen. Sie nennen die Komikerin eine "Verspotterin" und "peinliche Künstlerin", die sich aus der "primitivsten Schublade" bedient hätte. Für klagewillige Katholiken stellen die Erzkonservativen sogar eine Anzeigenvorlage online - machen dabei allerdings einen peinlichen Fehler.

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Nach Auffassung der Piusbruderschaft hat die Produktionsfirma gegen Paragraph 166 des Strafgesetzbuchs verstoßen, wonach die Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen gegen geltendes Recht verstößt. So sei es Carolin Kebekus nicht darum gegangen, Kritik an der katholischen Religion und ihren Kirchenvertretern in satirischer Art der Öffentlichkeit aufzuzeigen, "sondern nur um zu beleidigen, zu beschimpfen und um den katholischen Glauben lächerlich zu machen". "Dunk dem Herrn" (Anm. d. Red.: eigentlich "Dunk den Herrn") sei ein "Verhöhnungs-Song" mit "katholiken-verspottendem Text".

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Die Piusbrüder stellen die Frage: "Was wäre, wenn jemand den jüdischen Glauben in Deutschland in solcher Weise ins Lächerliche ziehen würde? Gäbe es da nicht einen Aufschrei des Entsetzens? Was ist mit den Katholiken? Sind sie mittlerweile Menschen zweiter Klasse, deren Glauben weniger wert ist als der anderer Religionsgemeinschaften?" Man bittet nun alle Katholiken darum, gleichzeitig Strafanzeige einzureichen. Immerhin: Auch wenn Unvernunft mit rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden müsste, solle man auf persönliche Beleidigungen und Drohungen verzichten.
Die Piusbruderschaft lehnt jegliche Form von Modernismus in der katholischen Kirche ab. Einzelne Vertreter sind immer wieder mit antisemitischen, antijudaistischen, homophoben Äußerungen sowie der Leugnung des Holocausts hervorgetreten. Kebekus‘ derbe Rap-Kritik ist da für diese erzkonservative Gemeinschaft nicht zu tolerieren.
So ganz genau scheint die Bruderschaft dann aber nicht hingehört zu haben. Vielleicht hat der Autor des Textes im Eifer des Gefechts den Titel auch nur falsch gelesen. Aber Kebekus’ Kirchen-Rap trägt den Titel “Dunk den Herrn”, nicht “Dunk dem Herrn”. Zur Erklärung: Konsultiert man die Wikipedia, so erfährt man, dass der Dunk einen Basketballwurf ist, bei dem der Ball in den Korb gestopft wird. Etwas überspitzt formuliert meint Kebekus also, man solle sich des Herrn entledigen. Diese Formulierung dürfte den Piusbrüdern ebenso wenig gefallen. Allerdings sollten die Traditionalisten bei einer Anzeigenvorlage schon auf den richtigen Titel achten.

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