FAZ macht 4,3 Millionen Euro Miese

Während Springer und die Zeit noch zweistellige Renditen mit ihrem Print-Geschäft erzielen, steht bei der FAZ – zumindest im abgelaufenen Geschäftsjahr – diesmal ein Minus. Im Jahr 2012 erwirtschafteten die Frankfurter einen Fehlbetrag von 4,3 Mio. Euro. Im Jahr zuvor verkündete Geschäftsführer Tobias Trevisan noch einen Überschuss von 19,3 Mio. Euro. Verantwortlich für den Ergebnisrückgang sind niedrigere Anzeigenerlöse und bedingt durch den Verkauf der Märkischen Allgemeinen ein rückläufiges Beteiligungsergebnis.

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Die Folge: Die Bilanzsumme der FAZ GmbH sank auf 396,7 Millionen Euro. Zudem fiel die Eigenkapitalquote leicht auf 46,6 Prozent. Trotz dessen sind die Frankfurter stolz darauf, dass dank ihrer „traditionell sehr konservativen Anlagestrategie“ über einen hohen Bestand an Bankguthaben und Wertpapieren verfüge und so „weiterhin vollständig innenfinanziert“ sind und keine Bankkredite in Anspruch nehmen müssten.

Die Folge der wegbrechenden Anzeigenerlöse ist auch, dass die Verlagsgruppe mittlerweile weniger von den Entwicklungen des Werbemarktes abhängig sei. Das Management will deshalb auch schrittweise die Vertriebserlöse erhöhen, neue Geschäftsfelder erschließen und die Kostenstrukturen durch Kooperationen mit anderen Verlagen optimieren. Das klingt nach Sparprogramm.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnen die Verlagsmanager aus der Mainmetropole mit einer wirtschaftlich verhaltenen Entwicklung. Für 2014 rechnen die Frankfurter mit einer moderaten Erholung „bei jedoch weiterhin stagnierenden Anzeigenmärkten“.

Die Antwort der FAZ auf diese Rahmenbedingungen soll Kostendisziplin und der Ausbau neuer Geschäftsfelder sein. „Mit dem Frankfurter Allgemeine Magazin haben wir ein Lifestyle-Produkt eingeführt, das unseren hohen publizistischen Ansprüchen genügt und das sehr gut vom Markt aufgenommen wurde“, sagt Tobias Trevisan, der Sprecher der Geschäftsführung der F.A.Z. GmbH. Zudem sollen sich die neuen FAZ-Konferenzen  vielversprechend entwickeln. Genauso wie die neue „Frankfurter Allgemeine Business School“ mit Angeboten für Weiterbildung.

Mit dem Minus von 4,3 Mio. Euro bliebt die Frankfurter Allgemeine Zeitung allerding noch weit hinter den Befürchtungen einiger Branchen-Beobachter. Im Dezember spekulierte das Hamburger Abendblatt noch über einen Fehlbetrag zwischen zehn und 20 Millionen Euro.

Neben der reinen Bilanz verkündete der Verlag auch noch, dass Martin Kall als neues Mitglied in den Aufsichtsrat der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bestellt wurde. Von April 2002 bis Ende 2012 war Martin Kall Vorsitzender der Geschäftsleitung der Tamedia AG.

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