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Sarah Kuttners nächtlicher Twitter-Zwist

"Sarah Kuttner = eklig", twitterte Monika Wüllner, Redakteurin der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen. Diesen Vergleich wollte sich TV-Moderatorin Kuttner indes nicht gefallen lassen und knöpfte sich Wüllner vor: Erst via Twitter, dann via Leserbrief. Redakteurin Wüllner versuchte daraufhin, ihr Kuttner-Schelte kreativ zu entschuldigen und führte öffentliche Zwiegespräche mit ihrer Redaktion. Wenn es einen Preis für öffentliche Selbstkasteiung via Twitter geben sollte - er wäre Frau Wüllner sicher.

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In die Kategorie "Twittern ist Silber, Schweigen ist Gold" fiel Ende vergangener Woche auch ein Kurz-Feedback von Monika Wüllner, die als Redakteurin der Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen arbeitet. An den Account von Sarah Kuttner @KuttnerSarah und das ZDF gerichtet, wo Kuttner auf dem Spartenkanal ZDFneo die Sendung "Bambule" moderiert, setzte Wüllner den Tweet ab: "Sarah kuttner = eklig".

"Fundierte Journalistenmeinung einer "Redakteurin". Chapeau"

Die schlagfertige Moderatorin und Buchautorin ("Mängelexemplar") wollte das nicht auf sich sitzen lassen und konterte per Retweet von Wüllner: "Fundierte Journalistenmeinung einer "Redakteurin". Chapeau." Doch damit war die Sache nicht gegessen. Die 34-Jährige legte nach: Via Leserbrief, den sie ihren immerhin knapp 42.000 Followern nicht vorenthalten wollte.

"Das Alter macht mich wütend. Und zu einem ähm Leserbriefschreiber", erklärte ("Gute Nacht. Auch an Moni") ihren Followern ihre Motivation. Darin wurde Kuttner dann deutlicher: "Sehr geehrte Frau Wuellner, ich staunte nicht schlecht, als ich eben Ihre selten dämliche Twitter-Mention an mich sah."


Kuttner per Leserbrief: "Haben Sie ein schlechtes Leben?"

Nach längerer Vorrede ging es dann zur Sache – nämlich der eigentlichen Frage, ob man als Redakteurin Personen des öffentlichen Lebens so einfach beleidigen darf. "Was treibt Sie also an, mitten in der Nacht Ihre Mitmenschen via Twitter so unter der Gürtellinie zu beleidigen? Ein Glas zuviel des guten hessischen Weines? Hatten Sie einen schlechten Tag? Haben Sie ein schlechtes Leben?"

Ergo: "Von Ihnen als Journalistin erwarte ich ein bisschen mehr als ein pubertierendes ‚Sarah ist eklig’. Schreiben Sie von mir aus, dass ich dumm sei. Dann würden Sie ein bisschen wie die taz klingen und das entspricht doch schon viel mehr Ihrem Berufsstand, oder?" zog Kuttner vom Leder.

"Das war die falsche Adresse. Dumm gelaufen und nicht beabsichtigt"

Die Kritik zeigte Wirkung. Am nächsten Tag betonte Redakteurin Wüllner, alles nicht so gemeint zu haben: "Sorry!!! Das war die falsche Adresse. Dumm gelaufen und nicht beabsichtigt." Die falsche "Adresse" trotz ausdrücklicher Adressierung an ‪@KuttnerSarah und das @ZDF?

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Doch bei der Erklärung blieb es nicht: "Nochmals sorry! Es ging um eine Buchrezension und ich hab falsch retweetet!", legt Wüllner am vergangenen Freitag eine halbe Stunde später nach. Buchrezension? Falsch retweetet?

Zwei Stunden später reichte sie noch eine Erklärung nach, was denn nun eigentlich so eklig gewesen sein sollte: "Es ging um die Riesespinnenausstellung hier. Hat weder mit zdf noch mit Frau Kuttner zu tun!" Eine Minute später noch die direkte Entschuldigung an Sarah Kuttner: "Ich mag ihre Kolumnen und ZDF ist mein Lieblingssender. Ich weiß nicht, was ich da gemacht habe. Sehr peinlich."

"Falscher Account, Buchrezension, falsch retweetet, Spinnenausstellung? Ich bitte Sie!!!"

Für die Buchautorin und Moderatorin klang das nicht sehr glaubhaft: "Falscher Account, Buchrezension, falsch retweetet, Spinnenausstellung? Wollen Sie sich vielleicht festlegen? Ich bitte Sie!!!"

Der HNA-Redakteurin schien unterdessen die Tragweite des Twitter-Zwists klar zu werden: Sie tauschte ihr Profilbild aus, legte Entschuldigungen nach. "Es tut mir leid. Ich bin kein Twitter-Profi. Das ist einfach in die Hose gegangen", schrieb Wüllner: "Ich hab heute morgen fast einen Schlag gekriegt! Warum sollte ich so was tun? Ich schäme mich."

Dann die Erkenntnis nach immerhin über 1300 Tweets: "Ich glaube, Twitter ist nichts für mich. Jedenfalls so lange ich nicht mehr darüber weiß. Bitte nochmals um Verzeihung." Als sich die Redakteurin gar nicht mehr einkriegen kann ("Das ist scheiße! Ich mag die total. Und ich bin raus bei Twitter. So was darf nicht passieren"), schaltet sich sogar die eigene Redaktion via 140-Zeichendienst ein.

"Furchtbar fadenscheinig, aber zumindest originell"

Spätestens an dieser Stelle wird die redaktionsinterne Besprechung des Malheurs zur öffentlichen Selbstkasteiung: "Ich hab auch schon mal so einen Mist gebaut. Man fühlt sich bescheiden, und Ich fühle mit dir. Lebbe geht aber weiter :)", versucht die Social Media-Redakteurin von HNA-Online Wüllner aufzubauen. Was nicht recht gelingen will: "Ich klinke mich jetzt aus und schäme mich weiter. Danke fürs Feedback."

Das gab es am Ende dann auch noch von Sarah Kuttner ("Ich bin 1,60m. Ich stehe NIRGENDWO drüber!"): "Was Sie da schreiben ist furchtbar fadenscheinig, aber zumindest originell. Daher nehme ich Ihre Entschuldigung an", twitterte die Moderatorin zurück. Und eine Buchsignatur wurde auch noch in Aussicht gestellt:  "Ich signiere es gern bei Gelegenheit. Ich wasche auch vorher die Hände."

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