„Party-Meute“ kapert altes Spiegel-Hochhaus

Freitagnacht wäre es beinahe soweit gewesen und die Polizei hätte das frühere Spiegel-Hochhaus gestürmt und geräumt. Anders als bei der Spiegel-Affäre hätten die Ordnungskräfte mit ihrem harten Eingreifen allerdings nicht die Redaktionsabläufe gestört. Eine „Party-Meute“ (Hamburger Morgenpost) hatte innerhalb von Minuten das leerstehende Bürohaus besetzt und die legendäre frühere Spiegel-Kantine zu einem Techno-Club umfunktioniert. Offizielles Ziel der Aktion war der Protest gegen Leerstand.

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Gleich zu Beginn der Party hatten einige Personen das Dach des Hochhauses erklommen, bengalische Feuer entzündet und ein Transparent entrollt. Text: „Hochtief lädt ein zur ‚Mietezahlen ist 90er‘-Gala“. Die Baufirma, hat in der Hansestadt seit dem Chaos um den Bau der Elbphilharmonie nicht gerade das beste Image.

Vor fast einem Jahr kaufte Hochtief das 12-stöckige, frühere Spiegel-Bürohaus inklusive eines 7.750 Quadratmeter großes Areals an der Brandstwiete von der Stadt. Bereits im Oktober 2011 war die Spiegel-Redaktion in einen Neubau an der Ericusspitze umgezogen. Seitdem steht das bekannte und symbolträchtige frühere Spiegel-Gebäude leer. Einzig im vorletzten Stockwerk gibt es seit kurzen einige frisch renovierte Büros. Kurz nach dem Redaktionsumzug hatte der alte Besitzer, die Robert Vogel GmbH & Co. KG, die sogenannte Spiegel-Insel für rund 209 Millionen Euro verkauft.

Wie die Hamburger Morgenpost berichtet, kesselte die Polizei  die „Party-Protestler“ bereits nach wenigen Minuten ein. Die Welt sprach sogar von „mehreren Hundertschaften“. In der Kantine sollen zu diesem Zeitpunkt bereits 120 Personen getanzt haben. Vor dem Gebäude standen zudem noch rund 200 weitere Menschen. Gegen 1.30 Uhr einigten sich die Ordnungshüter mit den Techno-Demonstranten. Die Partygäste zogen friedlich ab. Dafür verzichtete die Polizei auf die Feststellung der Personalien. Für den Fall der Fälle, hatten die Beamten bereits zwei Wasserwerfer und einen Räumpanzer in Stellung gebracht.

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