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Augsteins Adblocker Marke Eigenbau

Vor kurzem appellierten die Newsportale Spiegel Online, Zeit Online und Süddeutsche.de an ihre Leser, auf den Einsatz von Adblockern zu verzichten. Das sind die Programme, die Werbung auf Websites einfach unterdrücken. Die Web-Angebote brauchen das Geld, da schade ein Adblocker den Erlösen der Verlage erheblich. Nun schaltet sich Freitag-Verleger Jakob Augstein in die Debatte ein – und bietet den Nutzern seiner Seite einen Adblocker Marke Eigenbau an.

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Warum das? "Auch wir brauchen die Erlöse aus den Web-Anzeigen", schreibt Augstein an die Nutzer. "Aber auch uns geht die Art von Werbung auf die Nerven, die da auf unsere Seite flattert." Augstein: "Tanzende Preisschilder, blubbernde Sonderangebote und brausende Autos sind für viele Nutzer nicht akzeptabel." Online-Werbung müsse schlicht und einfach besser werden.
Der Adblocker, den die Freitag-Crew nun in Eigenregie anbietet, ist freilich nur eine halbe Sache, die mehr dem Verlag dient als den Nutzern. Zunächst wird die Werbung nämlich immer angezeigt. Dann lässt sie sich via Button "Werbung aus" wegklicken. Springt der Nutzer dann aber auf einen weiteren Artikel des Freitag, kommt – schwuppdiwupps – gleich die nächste Anzeige. So wird eine Ad Impression generiert, die Werbekunden sind zufrieden – und der Verlag auch, weil die werbefreie Seite ja auch wiederum eine neue Page Impression bedeutet.
Richtig ist indes der Hinweis des Verlegers, dass die Debatte über Online-Werbung fortgeführt werden muss. Insofern ist sein Beitrag auf eine etwas durchsichtige Art charmant. Wirklich leser- und nutzerfreundlich wäre es gewesen, die Seite mit einem Klick tatsächlich werbefrei schalten zu können. Doch das kann aus gutem Grund nicht im Interesse eines journalistisch-werbefinanzierten Verlags sein.   

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