Stefan Raab – jetzt duscht er auch noch!

Wir müssen unseren imaginären Hut ziehen vor diesem Mann! Stefan Raab hat die TV-Unterhaltung revolutioniert (”Schlag den Raab!”), Sport-Geschichte geschrieben (Wok WM), den Eurovision Song Contest gerettet und wird den Politik-Talk entrümpeln (Kanzlerkandidaten-Duell). Nun hat er auch noch den Ruf Deutschlands als Land der Tüftler und Erfinder im Brauseschritt wieder hergestellt: mit einem neuartigen Duschkopf! Klar. Ein Duschkopf. Was auch sonst? Der Mann ist ein Universalgenie.

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Wenn jemand vor einer Woche medienöffentlich behauptet hätte, dass Stefan Raab einen von ihm selbst erfundenen Duschkopf in Bumerangform auf den Markt bringt, der wäre … der hätte … ja was eigentlich? Jedenfalls nicht ernst genommen worden. Und jetzt kann man das Ding kaufen. In echt. Für Geld. Angeblich kam Raab die Idee beim Grillen, als ein paar Damen meinten, sie hätten beim Duschen gerne die Haare schön trocken.

Da hat es im kantigen Kopf des Metzger-Sohnes gearbeitet. Vier Jahre später ist das bumerangförmige Teil nun da und Raab nutzt natürlich nur den Spiegel – drunter macht er es nicht – um seine Novität zu platzieren. Den Reportern diktiert er knallige Oneliner wie "Der größte Erfolgsverhinderer ist die Angst vor Niederlagen."

Auch die Werbung besorgt er sozusagen in House. Mit seinem ESC-Schützling drehte er ein sexy Viral-Video, in dem sich Lena Meyer-Landrut in Lara-Croft-Klamotten unter dem Duschkopf räkelt. Da werden Medien wie Focus Online ganz wuschig. Die Münchner schaffen sogar das gar nicht mal kleine Kunststück, die Worte “Lena”, “Raab”, “Dusche” und “nackt” als Google-Köder in den Vorspann zu packen, obwohl Lena Meyer-Landrut in dem Spot natürlich nicht nackt auftritt. Die schlauen Münchner Medienmacher formulieren es einfach als Frage: “Weil er einen Duschkopf für Frauen erfand, darf sie unter die Dusche. Die Frage ist nur: nackt oder angezogen?” Ganz schön ausgebufft – und der E-Tracker bekommt Schnappatmung.

Lokale Medien wie der “Kölner Stadt-Anzeiger” wurden schon Tage vorher websig, weil Lena im Video ein aufgeklebtes FC-Köln-Tattoo trägt. Die Abrufe nur bei YouTube gehen auf die 800.000 zu. Der Raab weiß halt, welche Knöpfe er drücken muss, damit die Medien zu sabbern beginnen wie die Pawlowschen Hunde.
###YOUTUBEVIDEO###

Auch der Duschkopf wird bestimmt ein irrer Erfolg. Weltweite Patente sind nach den hochexklusiven Spiegel-Qualitäts-Informationen schon beantragt. Nach Wok-WM, ESC, “Schlag den Raab!” und Kanzler-Duell nun also ein Duschkopf. Warum auch nicht? Leonardo da Vinci hat auch nicht bloß gemalt, sondern nebenher auch Zeugs erfunden (Hubschrauber, Autos, Panzer).

Auf der Werbeseite für seinen Duschkopf sagt Raab: “Klare Anforderungen brauche klare Lösungen. Und deshalb hab’ ich Doosh erfunden.” Er zeichnet als: Stefan Raab, Erfinder von Doosh. Wahrscheinlich wird er so in die Geschichte eingehen. “Erfinder von Doosh”. Oder er erfindet noch einen Hubschrauber. Oder wird Kanzler. Irgendwas halt. Diese Sache mit dem Fernsehen – für einen wie den Raab ist das bloß ein Treppenwitz.

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