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Honorarmodell bei Golem: Geld bei Erfolg

Das IT-Portal Golem.de will sein Autorennetzwerk erweitern und kündigt an, "ein neues, zeitgemäßes Modell des Publizierens zu etablieren." Golem richtet sich dabei an freie Autoren und Blogger, die mit Hilfe des Portals größere Reichweiten erzielen wollen. Für ihre Artikel sollen die Autoren nach "neuen Vergütungsmodellen" entlohnt werden. Je größer der Erfolg, desto höher das Honorar. Das birgt für beiden Seiten – Redaktion wie Autoren – Risiken.

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"Durch das Internet hat jeder, der etwas Interessantes zu sagen hat, die Möglichkeit, sich an die Öffentlichkeit zu wenden und sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen", schreibt Golem-Chefredakteur Jens Ihlenfeld. Doch nicht jeder würde eine hohe Reichweite erzielen können. Deshalb wolle Golem.de Bloggern und ihren interessanten Inhalten eine Plattform bieten, auf der sie publizieren können. Nach eigenen Angaben erziele das Online-Magazin rund 12 Millionen Visits und 42 Millionen Pageimpressions im Jahr und kommt laut AGOF auf 1,8 Millionen Unique User.
Für "kleine" Blogger dürften solche Zahlen in der Tat unerreichbar sein. Die Redaktion könnte umgekehrt davon profitieren, dass Blogger das inhaltliche Angebot von Golem.de erweitern und bestenfalls einige Stammleser mitbringen. Bezahlt werden sollen solche Beiträge nach einem neuen Honorarmodell: Bezahlt wird in Zukunft nach Erfolg.
"So bieten wir den Autoren eine Beteiligung an den mit ihren Artikel erzielten Umsätzen an, zum anderen werden die Autoren – wie es sich gehört – genannt und verlinkt", erklärt Ihlenfeld. Wie viel ein Autor mit seinem Text  und pro Pageimpression verdienen kann, hängt von mehreren Faktoren ab: "Wie viele Leser erreicht ein Artikel, wie bekannt ist der Autor und wie viele Fans und Follower bringt er mit, wie viel Arbeit steckt in dem Artikel, wie viel Arbeit muss von uns in den Artikel gesteckt werden, wurde der Artikel bereits an anderer Stelle veröffentlicht und für wie wichtig halten wir ein Thema, ganz unabhängig von der damit erzielbaren Reichweite?"
Der Golem-Chef beteuert, dass es nicht darum gehe, möglichst günstig an neue Inhalte zu gelangen, sondern im Gegenteil "angemessene und damit höhere Honorare für gute Stücke zu bezahlen." Um aber nicht an den Lesern vorbeizuschreiben,  sollen Autoren künftig Einblick in die Statistiken erhalten.
Wie "eine Beteiligung am Erfolg" konkret aussehen kann, das sagt Ihlenfeld allerdings nicht. Es gebe keine bestimmte Formel. "Wir werden mit jedem Einzelnen einen Weg finden", heißt es.
Ein solches Modell ist nicht ganz neu. 2010 kündigte beispielsweise forbes.com an, seine Mitarbeiter ebenfalls nach Erfolg zu bezahlenVorerst geht das neue Modell bei Golem.de in eine Betaphase. Ab sofort können Autoren ihre Artikel einsenden – auch, wenn sie schon mal publiziert wurden. "Wir legen an Inhalte externer Autoren dieselben Kriterien an wie an unsere eigenen und lehnen auch Einreichungen ab, die unseren Anforderungen nicht entsprechen; das gilt insbesondere für jede Form von PR- und Werbeinhalten."
Ob sich das Modell in Zukunft durchsetzen kann, darüber wagt der Chefredakteur keine Prognose. "Ziel ist das Experimentieren", so Ihlenfeld gegenüber MEEDIA. "Autoren tun sich mit diesem Modell anfangs schwer." Möglich sei auch, mit den Schreibern zuerst ein pauschales Honorar zu vereinbaren und später auf das erfolgsorientierte Modell umzusteigen. "Wichtig ist uns, dass es um Klasse geht, nicht um Masse."

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