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Social Media Knigge: Immer adrett bleiben!

1788 veröffentlichte Adolph Knigge sein Werk "Über den Umgang mit Menschen", das der Gesellschaft bis heute die guten Umgangsformen lehrt. Im digitalen Zeitalter lassen diese zuweilen zu wünschen übrig: Vor allem im Social Web gibt es nur wenige Regeln, die dem Nutzer vorschreiben, was er tun oder besser lassen sollte. Dieses Defizit will die Kreativagentur Scholz & Friends beseitigen - sie hat just einen Social Media Knigge veröffentlicht. Ganz wie 1788, gedruckt auf Papier.

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"Alle meine Freunde – Über den Umgang mit Facebook und Co" heißt der Knigge, den die Hamburger Agentur mit den Autoren Oliver Handlos (ehemaliger Agentur-Kreativdirektor) und Matthias Spaetgens (Kreativ-Geschäftsführer bei Scholz & Friends, Berlin) auf den Weg gebracht hat. Auf 64 Seiten haben sie zehn Regeln aufgestellt, die dem Social Media-User als Kompass dienen sollen. MEEDIA stellt fünf der Knigge-Regeln vor:
"Nur wenn Sie offline etwas erleben, haben Sie online etwas zu erzählen"
Es soll Leute geben, die ihr gesamtes Leben auf Facebook und Co. protokollieren – den Autoren zufolge dürfte das nicht lange gut gehen. Nur, wer zwischendurch mal auf den Logout-Button klickt und vor die Tür geht, hat beim nächsten Login wieder etwas zu berichten. "Viele Menschen sind heute mehr mit der Verwaltung ihrer Erlebnisse beschäftigt als mit den Erlebnissen selbst", sagt Spaetgens dazu.

"Das Internet vergisst nichts"

Der virtuell erhobene Zeigefinger. Wer hat die Warnung bisher noch nicht gehört? Zigaretten, Alkohol, wilde Partybilder, Freizügigkeit – einmal im Netz, immer im Netz. "Unsere Hinterlassenschaften im Social Web sind wie ein Tattoo: Man kann Sie irgendwie entfernen, aber Spuren bleiben immer. Kontrolle ist daher besser als Vertrauen. Und nicht jeder Freund auf Facebook ist wirklich unser Freund", meint Handlos. Wer ein geordnetes Social Life führen will, sollte bei seinen eigenen Daten anfangen.

"Wenn Sie viel erreichen wollen, dann schreiben Sie wenig an Wenige"

Ein Freund freut sich, wenn er eine persönliche Nachricht anstelle einer Rundmail bekommt. Die Autoren: "Ein Pinnwandeintrag an alle ergibt meist weniger Reaktion, als der gleiche Beitrag als Nachricht an Ihre 15 ‚echten‘ Freunde."

"Achten Sie auf Ihr Äußeres"

Kleider machen Leute. Klingt oberflächlich und etwas altbacken, gilt aber immer noch. Ein Foto, das den Nutzer in Jogginghose und einer Dose Bier vor dem Fernseher zeigt, wird dem Nutzer in der regel (!) keine Heerscharen neuer Freunde bescheren. Gerade bei Business-Netzwerken gilt diese Regel.

"Unterscheiden Sie zwischen Freunden und solchen, die nur so heißen"

"Warum Enid Blytons erfolgreichste Kinderbuchserie 5 Freunde hieß, und nicht 500 Freunde", erklären die Autoren hier. Es ist schier unmöglich, 300 oder mehr gute Freunde zu haben – dennoch geht das in den Netzwerken schneller als man denkt. Nicht mit jedem aus seiner Freundesliste ist man unbedingt auch bekannt – und trotzdem ist der Kontakt vielleicht mal hilfreich. Tipp: Stimmen Sie Ihre Privatsphäre-Einstellungen auf Ihre Kontakte ab.

"Alle meine Freunde" ist im Verlag Herrmann Schmidt Mainz erschienen und ab sofort im Buchhandel erhältlich. Preis: 15,00 Euro

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