ARD arbeitet an „wochenWEBschau“

Die "tagesWEBschau" ist tot - es lebe die "wochenWEBschau"! Darauf könnten Pläne der ARD hinauslaufen, von denen jetzt MEEDIA erfuhr. Demnach soll die am morgigen Freitag auslaufende "tagesWEBschau" möglicherweise einen Nachfolger erhalten: ein wöchentliches Magazin, das sich wie das abgesetzte Format vor allem an junge, internetaffine Leute richten würde. Bis zur ARD-Intendantensitzung im kommenden Herbst soll ein Konzept für das neue Angebot entwickelt werden.

Anzeige
Ein Jahr lang durfte Radio Bremen (RB) gemeinsam mit dem Hessischen Rundfunk und ARD Aktuell ein drei- bis vierminütiges digitales Nachrichtenmagazin produzieren. Es lief montags bis freitags auf ARD-Onlineseiten und auf Digitalkanälen wie tagesschau 24; zudem war es mit internetfähigen Mobilfunkgeräten zu empfangen. Am Freitagnachmittag ist es damit vorbei.

Die Tageswebschau von Radio Bremen

Als Ergänzung und "kleine Schwester der Tagesschau" (RB) berichtete die Sendung über jeweils drei Tagesereignisse "aus Sicht oder mit Bezug zur Netz-Gemeinschaft", vor allem mit bewegten Grafiken und Montagen von Internetseiten. Themen waren zuletzt zum Beispiel die geplante Gebührenpflicht für bestimmte Bild-Online-Texte oder die Geldwäsche mittels Digitalwährung.
Doch die Klickzahlen ließen zu wünschen übrig. Deshalb verloren die ARD-Intendanten die Geduld und beschlossen, das Projekt nach einjährigem Testlauf zu beenden. Nach den Worten von RB-Pressesprecher Michael Glöckner hatte sich das im Juni 2012 gestartete neue Angebot zwar "gut entwickelt", aber nicht alle vereinbarten Zielvorgaben erreicht: Die gemessenen Nutzerzahlen seien leider nicht hoch genug gewesen. Allerdings, so schränkte Glöckner ein, seien sie auch nur schwer zu messen, weil beispielsweise Zugriffe per Smartphone gar nicht erfasst würden.
Die "tagesWEBschau" war von einer RB-Zukunftswerkstatt, der "Digitalen Garage", entwickelt worden. Für die Redaktion war Radio Bremen zuständig, für die Grafik der Hessische Rundfunk und für die Schlussabnahme ARD-Aktuell beim NDR in Hamburg.
Nach dem Scheitern des Experiments haben die Intendanten laut Glöckner den Bremer Sender und ARD Aktuell damit beauftragt, "die mit dem Format gesammelten Erfahrungen für die Entwicklung eines Nachrichten- und Informationsangebotes für junge Menschen im Hinblick auf den geplanten Jugendkanal zu nutzen", wie Glöckner jetzt auf Anfrage von MEEDIA berichtete. Für den Sommer sei dazu ein gemeinsamer Workshop geplant. Die Ergebnisse sollen möglichst bis zur Sitzung der ARD-Intendanten im September in Bremen vorliegen.
Was das konkret heißen könnte, deutete Glöckner nur an. Demnach soll der Kern der bisherigen "tagesWEBschau" zusammenbleiben und als Teil der "Digitalen Garage" ein "wöchentliches Format" für die Digitalkanäle der ARD liefern. Dem Vernehmen nach wäre das eine Art Nachfolgerin der "tagesWEBschau", nur eben wöchentlich statt werktäglich.
Darüber hinaus sollen die Digitalexperten dabei mithelfen, das Bremer Vorabendprogramm samt seiner Regionalsendung "buten un binnen" zu modernisieren. Für September ist hier ein Relaunch mit neuem Erscheinungsbild geplant.
Die kleinste ARD-Anstalt war auch schon federführend bei der Einführung des jüngsten Serviceangebots: Die Mediathek der ARD wartet seit dieser Woche mit der neuen Rubrik "Einslike" auf, in der all jene Sendungen aus ARD-Anstalten aufgelistet werden, die für junge Leute interessant sein könnten – etwa Konzertmitschnitte, "Verbotene Liebe" oder "LateLine" mit Jan Böhmermann. Konzipiert wurde die neue Rubrik von RB, die technische Umsetzung und redaktionelle Betreuung liegt beim Südwestrundfunk.
Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige