Thomas Schmidt baut deutsche HuffPo auf

Die deutsche Huffington Post bekommt einen Manager, der das Newsportal in der Phase vor dem Start aufbauen soll. Der Digitalexperte Thomas Schmidt übernimmt den Job, voraussichtlich bis Ende September. Der Aufbau der deutschen HuffPo gehe "mit großen Schritten" voran, schrieb Tomorrow Focus-Manager Oliver Eckert, an den Schmidt direkt berichtet, in einer Mail an seine Kollegen. Schmidt war zuletzt Digitalchef der Verlagsgruppe Life von Gruner + Jahr. Eckert bestätigte die Personalie gegenüber MEEDIA.

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Schmidt sagt auf Nachfrage: "Die deutschsprachige Huffington Post mit aufzubauen, ist eine spannende und tolle Aufgabe. Das journalistische Konzept, die starke Vernetzung und das Einbinden von User, Blogger und Netzwerker sind schon besonders. Und bei der Aufgabe, die Vielfalt des Angebots der Huffington Post.com auf den deutschen Markt zu übertragen, werden wir als Journalisten und Medienunternehmen sicher noch viel lernen."

"Ich bin froh, dass wir Thomas Schmidt gewinnen konnten", sagte Eckert gegenüber MEEDIA. Die Suche nach einem Chefredakteur sowie einem Anchor, der das Portal nach außen vertritt und bekannt macht, läuft derzeit. Zu Burdas Digitalkongress DLD Women Mitte Juli soll das Führungsteam bekannt gegeben werden. Fast logisch scheint es, dass Portalgründerin Arianna Huffington zumindest für den herausgehobenen Anchor-Posten eine Frau auswählen wird, wenn sich eine geeignete Kandidatin findet. Ohnehin gibt es zu wenige Frauen in Führungspositionen in den Medien – und Huffington hat beispielsweise auch bei dem französischen Ableger des Portals mit Anne Sinclair eine bekannte Journalistin zur Chefin gekürt.
Der Chefredakteur soll derweil laut einer Stellenausschreibung mindestens fünf Jahre Berufserfahrung mitbringen und nichts gegen einen guten Austausch mit der Vermarktungsseite haben dürfen. Hubert Burda Media fädelte den Deal aber über die Tochter Tomorrow Focus AG ein. Dort ist auch die Online-Seite der Marke Focus angedockt. Manager Eckert hat bereits erklärt, dass er weiter auf werbefinanzierte Newsportale setzt – die HuffPo passt damit strategisch zu den Münchnern. Für ihn und sein Team ist die Aufgabe, dass Focus Online und HuffPo sich so wenig wie möglich selber kannibalisieren. 
Bei Gruner war Interimsmanager Thomas Schmidt der Zentralisierung der Digitalabteilungen zum Opfer gefallen. Seit 2009 hatte er für die Verlagsgruppe, in der u.a. Brigitte, Essen und Trinken und Chefkoch.de angesiedelt sind, das Digitalgeschäft verantwortet. Zuvor war er u.a. Direktor Produkt von Bild.de, davor im Portalgeschäft bei Tomorrow Focus. Das Projekt brauche einen Interimsmanager, so Eckert an die Kollegen, "um weiter Tempo aufnehmen zu können und gleichzeitig unser Kerngeschäft nicht zu belasten".

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