Münster-„Tatort“ gewinnt Lebenshilfe-Preis

Der Münster-"Tatort" gewinnt den diesjährigen Medienpreis "Bobby" der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Ausgezeichnet wird der humorvolle Umgang des Krimi-Formats mit einem vermeintlichen Defizit – der Behinderung von Schauspielerin ChrisTine Urspruch.

Anzeige

"Nicht zuletzt die pointierten und politisch unkorrekten Wortwechsel zwischen der kleinwüchsigen Gerichtsmedizinerin Silke Haller und ihrem Chef, Professor Karl-Friedrich Boerne, tragen zum Erfolg der Krimi-Reihe bei", erklärte die Lebenshilfe. Die Behinderung und das "Abweichen der DIN-Norm" würden nicht als "Leidensthema" wahrgenommen werden, sondern als eine positive und humorvolle Besonderheit.
"Wie Silke Haller dem überspitzten Dünkel und der politischen Unkorrektheit ihres Chefs, Prof. Boerne, entspannt und mit Witz begegnet, steht für etwas, das sich in der Gesellschaft endlich positiv verändert: Menschen, die ‚anders‘ sind, wollen nicht das Ziel von Mitleid oder Fürsorge sein, sondern sind selbstbewusst und in vielen Bereichen leistungsfähig", sagte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe.
"Es kommt nicht darauf an, wie groß jemand ist. Ob jemand der allgemeinen Norm entspricht oder einen Grad der Behinderung erfüllt", so die geehrte Schauspielerin. "Es kommt darauf an, was man daraus macht. Ob man bereit für Purzelbäume ist."
Mit dem "Bobby", benannt nach Bobby Brederlow, einem Schauspieler mit Down-Syndrom, würdigt die Lebenshilfe seit 1999 vorbildliches Engagement für Menschen mit Behinderung, das geeignet ist, aufzuklären und Vorurteile abzubauen. In diesem Jahr findet die 14. Preisverleihung im November in Köln statt.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige