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„Bezahlinhalte funktionieren nur auf Papier“

Medienauflauf im Hamburger Rathaus: Beim Mediendialog trafen sich am Dienstag die Mover und Shaker der Hansestadt. Ismail Salim, Gründungsdirektor und Global Ambassador der Singularity University, war der Mann des Abends und brachte mit seinen technischen Visionen von 3D-Printern für Häuser selbst die Digitalsten unter den Journalisten zum Staunen. Auch etwas praxisnähere Themen wurden erörtert - darunter die Frage, ob das Bezahlsystem Bild Plus wirklich funktionieren kann.

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Salim Ismail redete beim Hamburger Mediendialog über technischen Fortschritt. Nicht über Smartphones, Apps oder die Vernetzung via Social Media. sondern über Visionen. Was erwartet uns in zehn, zwanzig Jahren? Katzen, die im Dunklen leuchten, computergesteuerte Autos, Krebsdiagnostik durch Google und nicht zuletzt 3D-Drucker, die den Einkauf im Supermarkt ersparen. „Wäre die Geschwindigkeit von Autos ebenso gewachsen wie die von Computern, hätten wir jetzt Autos, die mit Lichtgeschwindigkeit fahren", sagte der Amerikaner am Dienstagabend. Die Technik werde nicht langsamer und in einem Jahrhundert gäbe es keine Menschen mehr, die manuelle Arbeit verrichten – die übernähmen Roboter. 
MEEDIA war beim Mediendialog dabei. Was war wichtig?
– Eines der zentralen Themen: der 3D Printer. In Amerika werden bereits die ersten Häuser gedruckt. Durch neue Technologien wie das „iBrain“ sollen zukünftig auch unsere Gedanken gespeichert und gedruckt werden. Wo das noch hinführen soll, kann man hier sehen.
– Bis 2020 sollen fünf Milliarden Menschen online sein. Außerdem werde es in zwanzig Jahren eine Trilliade „connected devices“ geben.
– Ismail prophezeite, dass computergesteuerte Autos in spätestens zehn Jahren für alle erhältlich sein werden. Die ersten Prototypen, die "Google Cars", seien in Kalifornien bereits eine halbe Million Meilen unfallfrei gefahren. Ismail: "Das kann kein Mensch nachmachen."
– Was der grenzenlose Zugang zu Informationen Positives bewirken kann, zeigt sich in der Heilung von Krankheiten. Ismail präsentierte den Fall eines vierzehnjährigen Jungen, der einen Frühtest für Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt hat. Das nötige Wissen soll er sich via Google-Suche angeeignet haben. 
– Ganz schnöde wurde aber auch über die Zukunft der Medien diskutiert. Anlässlich des neu eingeführten Bezahlsystems Bild Plus ging es um die Frage, ob Paid Content für journalistische Inhalte funktionieren kann. Axel-Springer Chef Mathias Döpfner: "Sie können uns ja wenigstens heimlich die Daumen drücken." Xing-Gründer und Hackfwd-Chef Lars Hinrichs und G+J Digitalchef Stan Sugarman gaben sich eher skeptisch: "Journalistische Bezahlinhalte funktionieren nur auf dem Papier", so Sugarman. Er sei auch nicht bereit, für kurzlebige und unterhaltende Inhalte Geld auszugeben, wenn er die Informationen überall kostenlos bekommen könne.

Hinrichs dagegen gab vor, sich an den Kauf seiner letzten Zeitung gar nicht mehr erinnern zu können. Ein Luxusprodukt sei diese für ihn auch nicht mehr: "Ich kaufe keine Zeitungen aber ich lese sie. Sie liegen schließlich fast überall kostenlos rum und sind online erhältlich." Hinrichs weiter: "Verlage müssen erstmal herausfinden, was genau die Informationen und Inhalte sind, für die Menschen bereit sind zu zahlen. Bei Xing war das die Angabe, wer mein Profil besucht hat."

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