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„Ab jetzt klaue ich die FAZ am Kiosk“

Beim Blick in die heutige FAZ dürfte sich WDR-Sportchef Steffen Simon – gelinde gesagt – erschrocken haben. Sehr hart am Mann attackierte Medienredakteur Michael Hanfeld den Sportreporter für seine Kommentierung des Duells zwischen Kaiserslautern und Hoffenheim. Hanfeld sprach von einer "einzigen journalistischen Blutgrätsche" und fordert eine "Rote Karte: Simon muss vom Platz". Gegenüber MEEDIA kontert der Reporter nun die "menschenverachtende" Kritik und kündigt an: "Ab jetzt klaue ich die FAZ am Kiosk".

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Unter der Zeile "Platzverweis" fragt Hanfeld: "Kann sich jemand erinnern, jemals eine parteiischere Kommentierung miterlebt zu haben?" Simon hätte kein gutes Haar an den Hoffenheimern gelassen, "jede Szene interpretierte er einseitig, wie sehr er Kaiserslautern den Sieg und den Aufstieg in die Bundesliga wünschte, das drückte sich in jedem Satz aus, Simon platzte geradezu vor Enttäuschung, als Jannik Vestergaard das 2:1 für Hoffenheim erzielte." Für den FAZ-Redakteur ist klar: "Dieser Mann versteht nichts von seinem Beruf und dessen professionellen Maßstäben".
Gegenüber MEEDIA äußert sich nun der WDR-Sportchef zu den Vorwürfen, der Form der Kritik und dem Umstand, dass die sozialen Netzwerke ein zusätzlicher Treibstoff für das Kommentatoren-Bashing sind.
Sind Sie Kaiserslautern-Fan?
Nein.
Unabhängig von der Form. Können Sie die FAZ-Kritik nachvollziehen?
Nein. Wer meine Kommentierung vom Montag kennt, weiß, dass ich das Spiel ausgewogen begleitet habe. Mit vielen positiven Äußerungen über Hoffenheim.
Hat die Schärfe des Angriffs erstaunt?
Ja. Ich halte das für völlig unangemessen, weil der Kommentar die sachliche Ebene verlässt und menschenverachtende Züge hat.
Wie reagiert man am besten auf solche Vorwürfe?
Ab jetzt klaue ich die FAZ am Kiosk.
Das Kommentatoren-Bashing scheint mittlerweile so heftig wie nie. Haben auch Sie das Gefühl, dass es zugenommen hat?
Die sozialen Netzwerke sind ein zusätzlicher Treibstoff. Für uns Kommentatoren ist es allerdings keine neue Erfahrung. Wir sind Mobbing gewohnt. Wenn man diesen Job macht, muss man ein dickes Fell haben und wissen, dass man nicht nur geliebt wird.
Fühlen Sie sich oft von Facebook, Twitter & Co. ungerecht behandelt?
Wer diesen Job macht, der sollte, auch aus Selbstschutz, seinen Namen nicht ständig googeln. Eine Strategie damit umzugehen, ist also es nicht wahrzunehmen.
Wie geht man besten mit der Kritik um?
Mit sachlicher Kritik setze ich mich intensiv und gerne auseinander. Was Social Media angeht, so fahre ich gut damit, auf kritische Mails zu reagieren. In der Regel kommt etwas Versöhnliches zurück.

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