Zahl der arbeitslosen Journalisten steigt

Die ständigen Sparrunden in vielen Verlagen und die Einstellung ganzer Titel schlägt sich mittlerweile auch auf den Arbeitsmarkt nieder. Immer mehr Redakteure und Reporter sind auf der Such nach einem neuen Job. So bezeichnet der Deutsche Journalisten Verband die neuesten Zahlen der Bundesargentur für Arbeit als „alarmierend“. „Ein so drastischer Anstieg der arbeitslosen Kolleginnen und Kollegen ist ein Alarmzeichen für die Lage des Journalismus in Deutschland“, kommentierte DJV-Chef Michael Konken.

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In einer Mitteilung zitiert der Verband aktuelle Zahlen der Nürnberger Behörde. Demnach  waren im April knapp 5.000 Journalisten arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr entspräche das einer Zunahme von 11,9 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der arbeitsuchenden Redakteure und Reporter auf über 9.100. Passend dazu verringerten sich die offenen Stellen um rund 11,7 Prozent.

Der Verbandschef findet, dass die vielen Entlassungen im „krassem Widerspruch zu den alles in allem immer noch stattlichen Renditen der meisten Medienunternehmen“ stehen würde. Zudem würde die Arbeitsbelastung in den Redaktionen keinen Personalabbau rechtfertigen. Mit der Renditen-Aussage bezieht sich Konken auf Studienergebnisse, über die der Dortmunder Medienökonom Frank Lobigs gerade im Deutschlandradio sprach. Er konstatiert noch immer "Traumrenditen" bei den Medienhäusern: "Heute können vielleicht nicht die Journalisten vom Journalismus reich werden, aber die Verleger durchaus immer noch."

„Wer mit journalistischer Qualität Geld verdienen will, braucht dafür arbeitende und nicht arbeitslose Journalisten“, antwortet nun der DJV-Vorsitzende. Er forderte deshalb die Medienunternehmer auf, sich aktiv für den Erhalt journalistischer Arbeitsplätze einzusetzen. „Journalist ist ein qualifizierter Beruf. Eine einmal weggefallene Stelle später neu zu schaffen, kann teurer sein als sie auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu erhalten.“

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