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„Beckmann“ nicht der einzige ARD-Talk-Flop

Reinhold Beckmann beendet in anderthalb Jahren seine ARD-Talkshow. Womöglich kommt er damit einem unfreiwilligen Aus der Sendung zuvor, denn die Quoten haben sich nach seinem Sendeplatzwechsel auf den späten Donnerstagabend nie wieder erholt. In den ersten fünf Monaten des Jahres erreichte "Beckmann" einen Gesamtpublikums-Marktanteil von nur 7,3% - viel zu wenig für Das Erste. Allerdings: Auch die anderen Talks sind bis auf eine Ausnahme keine wirklichen Quotenhits. Eine Analyse.

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Genau 1,00 Mio. Leute sahen die 16 "Beckmann"-Shows des bisherigen Jahres 2013 – das sind noch einmal 40.000 weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Der Marktanteil kletterte zwar dennoch von 7,0% auf 7,3%, doch auch das ist viel zu wenig für eine Sendung des Ersten. Zumal es eben nicht der einzige Talk der ARD ist. Hätte Reinhold Beckmann nun nicht selbst entschieden, aufzuhören, wäre ein Ende wohl dennoch absehbar gewesen. Schade, denn die Themen- und Gästeauswahl des Late-Night-Talks setzt sich allzu oft wohltuend von Jauch, Plasberg oder Will ab.

Beckmanns Pech war, dass er im Zuge des Starts der Talk-Offensive im Herbst 2011 seinen Stamm-Sendeplatz am Montagabend räumen musste. Am späten Montagabend waren einstellige Marktanteile eine Seltenheit, doch auf dem neuen Platz am Donnerstagabend leider Normalität. Ob die vier anderen Talkshows nun in eine sichere Zukunft gehen, ist allerdings noch nicht ausgemacht. Denn: Einzig "Günther Jauch" überzeugt – mit Unterstützung des "Tatorts" – quotenmäßig. Die drei anderen Shows liegen 2013 ebenfalls klar unter dem Soll.

So erreichte "Menschen bei Maischberger" 2013 bisher einen Marktanteil von 10,7%, "Anne Will" einen von 10,2% und "Hart aber fair" gar nur einen von 9,8%. Im Fall von "Menschen bei Maischberger" waren es allerdings vor allem die beiden ersten Monate des Jahres, die den Durchschnitt nach unten zogen. In den Monaten April und Mai erreichte die Show wieder 12,0% und damit nicht viel weniger als im ersten Halbjahr 2012 (12,4%). "Hart aber fair" hat zudem den schwersten Sendeplatz – nach einer 45-minütigen Doku, meist aus der Natur – um 21 Uhr. Die 3,11 Mio. Zuschauer, die Frank Plasberg dort erreicht, sind daher durchaus okay.

Bleibt also noch "Anne Will": Die Show war im Herbst 2011 von "Günther Jauch" verdrängt worden, kam am späten Mittwochabend nie wieder an ihre Popularität heran. Es wäre also keine riesige Überraschung, wenn auch Anne Will mittelfristig entscheiden würde, ihre Show zu beenden, um neue Aufgaben in der ARD zu übernehmen. Unantastbar ist derzeit wohl einzig Günther Jauch: Seine Show erreicht am Sonntagabend 16,7% und 4,89 Mio. Zuschauer – baut seine Zahlen aus dem Vorjahr damit sogar noch aus.

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