Die Quotenrekorde der Champions League

Die europäische Fußball-Königsklasse war in Deutschland nie so populär wie heute. Am Samstag wird es beim deutsch-deutschen Finale mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen neuen Alltime-Einschaltquotenrekord für Champions-League-Spiele geben. Der bisherige vom "Finale dahoam" aus dem Vorjahr liegt bei 16,79 Mio. Zuschauern, wurde aber schon im Halbfinal-Rückspiel 2013 beinahe geknackt. MEEDIA präsentiert die Quotencharts der Champions-League-Historie.

Anzeige

Als der Europapokal der Landesmeister in der Saison 1992/93 zur Champions League wurde, hielt sich die Begeisterung der Deutschen erst einmal in Grenzen. Der VfB Stuttgart schied in der Premieren-Saison in der ersten Runde aus, Werder Bremen 93/94 in der Gruppenphase. Als Bayern München 94/95 dann immerhin ins Halbfinale kam, kletterte die Zuschauerzahl bei RTL erstmals fast auf die 10-Mio.-Marke. Allerdings: Die Bayern verloren das Rückspiel sang- und klanglos 2:5 gegen das damalige Weltklasse-Team von Ajax Amsterdam, das auch das Finale gewann – und die 10-Mio.-Marke blieb vorerst unerreicht.

Zwei Jahre später gelang das dann Borussia Dortmund. Schon die beiden Halbfinals gegen Manchester United erreichten mehr als 10 Mio. Fans – das Finale, das am 28. Mai gegen Juventus Turin gewonnen wurde, sahen dann sage und schreibe 15,27 Mio. Leute bei RTL. Die Champions League hatte in Deutschland ihren Durchbruch geschafft, der Rekord hielt dann allerdings fast 15 Jahre lang.

In den Jahren 1998 und 1999 schafften Borussia Dortmund und Bayern München diverse weitere Male den Sprung über die 10-Mio.-Hürde, das Drama im Finale 1999, als die Bayern in der Nachspielzeit gegen Manchester United verloren, sahen 13,58 Mio. Nach der fast vergessenen Episode, in der Rupert Murdochs Frauensender tm3 ein Jahr lang die Spiele übertrug, kletterten die Quoten in den Jahren 2001 bis 2004 wieder auf solch starke Zahlen. Verantwortlich dafür waren fast ausnahmslos die Bayern – ihren Finalsieg 2001 schalteten 13,10 Mio. ein. Die Ausnahme: Das Finale 2002, in dem Bayer Leverkusen Real Madrid unterlag, kam auf 12,23 Mio. Zuschauer.

Wie abhängig die Sender von den Erfolgen der deutschen Teams sind, zeigte sich in den Jahren 2005 bis 2009. Spätestens im Viertelfinale schieden die deutschen Mannschaften in den fünf Jahren aus – und Sat.1, das die Champions League seit der Saison 2003/04 zeigte, erreichte keine 10-Mio.-Zuschauerzahl. Als die Bayern in den Jahren 2010 und 2012 allerdings jeweils ins Endspiel einzogen, erzielte Sat.1 doch noch Mega-Quoten – und stellte schließlich sogar einen neuen Alltime-Rekord auf.

Zunächst sahen 2010 11,89 Mio. das Finale gegen Inter Mailand. 2012 kam das Halbfinal-Rückspiel gegen Real Madrid inklusive Elfmeterschießen dann auf 12,63 Mio. und das "Finale dahoam" gegen Chelsea schließlich auf 16,79 Mio. Ein Wert für die Ewigkeit dachte man damals – und ahnte nichts davon, dass es 2013 ein deutsch-deutsches Finale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München geben würde.

Dass dieses Endspiel einen neuen Rekord aufstellen wird, scheint so gut wie sicher – es sei denn, in weiten Teilen Deutschlands fällt am Samstagabend der Strom aus. Denn: Schon das Halbfinal-Rückspiel zwischen dem FC Barcelona und Bayern München sahen am 1. Mai im ZDF 15,91 Mio. Fans – und das, obwohl der Finaleinzug nach dem 4:0 im Hinspiel bereits fast sicher war. Die spannende Frage ist nun noch, wie hoch der Rekord ausfallen wird. Das BVB-FCB-Finale könnte sogar das erste Vereins-Fußballspiel seit Mitte der 1970er-Jahre sein, das über die 20-Mio.-Marke springt. Damals gelang das den Bayern im Europapokal der Landesmeister.

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige